Ein Sprecher der amerikanischen Luftfahrtbehörde fand die Sache "einfach lächerlich". Doch wenige Tage später hatte die "lächerliche" Maßnahme der italienischen Luftfahrtgesellschaft Alitalia Schule gemacht: Die amerikanischen Gesellschaften TWA und PanAm, sowie Swissair, KLM, Air India und schließlich auch die Lufthansa beantragten wie zuvor die Alitalia niedrigere Tarife für den Flug über den Nordatlantik.

Die Flugpreise der Liniengesellschaften werden von der IATA, einer internationalen Organisation von 104 Fluggesellschaften, einheitlich festgelegt. Eine Attacke auf dieses feste Preisgefüge hatte vor den Italienern bisher kein Kartellmitglied gewagt.

Die Alitalia sprengte das Kartell der Luft, indem sie für die Zeit von November bis März einen neuen Preis für den Flug von Rom nach New York und zurück ankündigte: Statt 1620 Mark sollte der Flug nur noch 1196 Mark kosten – diese Flugpreise gelten allerdings nur, wenn der Reisende mindestens drei Wochen in den USA bleibt.

Wenn die amerikanischen Behörden diesem Flugpreis zustimmen – was sehr wahrscheinlich ist –, dann kann niemand die Italiener daran hindern, den billigen Jakob auf dem Nordatlantik zu spielen. PanAm und TWA werden auf der Route Rom–New York allerdings mitspielen. Sie haben den Alitalia-Tarif ebenfalls beantragt.

Die Lufthansa schloß sich der Revolte gegen die IATA-Tarife an. Ab November soll der Flug von Frankfurt nach New York und zurück für jeden Fluggast, der mindestens drei Wochen in den USA bleibt, nur noch 1064 statt wie bisher 1368 Mark kosten.

Damit zog das deutsche Luftfahrtunternehmen zunächst gleich mit Alitalia, PanAm und TWA. Doch die Lufthansa, einmal aufsässig geworden, schoß über die Forderungen der Konkurrenzunternehmen hinaus: Sie forderte gleichzeitig eine drastische Verbilligung für Gruppenflüge über den Atlantik.

Die Lufthansa will Vereine, Klubs, Verbände und Firmenbelegschaften in Zukunft schon für 600 bis höchstens 960 Mark über den Atlantik fliegen. Bisher kostete der Gruppenflug pro Teilnehmer 817 bis 1273 Mark.