Eine Rundreise durch die EWG soll retten, was Vorschläge und Memoranden der Europa-Kommission, aber auch Expertengespräche bisher nicht vermochten: die Europäische Atomgemeinschaft, EURATOM, nach zweijährigem Dahinsiechen vor dem endgültigen Tod zu bewahren. Er droht der atomaren Sechsergemeinschaft, weil alle EWG-Partner nur noch wenig, Frankreich dagegen überhaupt nicht mehr gemeinsam und friedlich zusammen forschen wollen.

Nachdem jetzt die Debatten über das Sachververständigenprogramm, für EURATOM in eine Sackgasse liefen, technische Kompromisse sinnlos erscheinen, soll jetzt den Sechs die atomare Gretchenfrage gestellt werden: Holland will als amtierende Präsidialmacht im Europäischen Ministerrat in den EWG-Hauptstädten nachfragen, was den einzelnen Mitgliedsregierungen EURATOM noch wert ist. Die Antwort erwartet Den Haag dann am 28. Oktober in der Ratstagung der Wissenschaftsminister in Luxemburg oder spätestens auf der Gipfelkonferenz der sechs Staats- und Regierungschefs der EWG.

Dann müssen alle sechs, besonders aber Frankreich bekennen, ob sie die nationale Eigenbrötelei in der friedlichen Atomforschung über die Zusammenarbeit auf allen Gebieten oder doch zumindest, auf Teilgebieten stellen, damit aber gleichzeitig in Kauf nehmen, daß der Tod EURATOMS auch ausstrahlt auf die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft. hhs