Neben der Schaffung einer höchsten Spielklasse wird die Saison 1969/70 im deutschen Hockey noch eine weitere Neuerung bringen: die versuchsweise Einführung der vom Internationalen Hockey Rules Board, der Regelkommission des Weltverbandes F.I.H., vorgeschlagenen Regeländerungsexperimente. Ein entsprechender Beschluß trat am 1. August in Kraft.

Deutschlands Hockeyspieler werden also, zunächst für die Dauer eines Jahres, nach folgenden veränderten Regeln spielen müssen:

1. der dem Fußball angeglichenen Abseitsregel (bisher im Hockey drei anstatt nunmehr zwei Abwehrspieler),

2. der ebenfalls dem Beispiel des Fußballs angepaßten Regelung über den Einsatz von Ersatzspielern (bisher nur einer bei Verletzung eines Mitspielers bis zur Halbzeit, nun zwei während der vollen 70 Minuten ohne Verletzungsfall),

3. dem Freischlag an Stelle des bisherigen Einrollens bei Seitenaus,

4. der Strafecke nach "amerikanischer", das heißt nach Hallenart an Stelle der bislang üblichen.

Regeländerungen Nummer 1 und 4 sollen vorwiegend demselben Ziel dienen, das man sich auch von der Einführung einer Bundesliga verspricht, der Intensivierung des öffentlichen Interesses und der Werbung bei der sportlich interessierten Jugend. Denn von der neuen Abseitsregelung und vor allem von der nun praktizierten Strafeckenausführung erhofft man sich ein Ansteigen der im Hockey in den letzten Jahren traditionell niedrigen Torquoten.