Was haben Wasser und Grundstücke gemeinsam? Beide könnten zum "Gegenstand spekulativer Manipulationen" gemacht, aus beiden könnten "Monopolprofite und gemeinschaftsschädliche Sondervorteile" erzielt werden. Jedenfalls ist das offenbar die Meinung des Münchner Oberbürgermeisters Joachim Vogel. Zur Eröffnung des nordrhein-westfälischen Kommunalwahlkampfs stellte, sich Münchens OB am letzten Wochenende in Oberhausen ein und forderte dort einmal mehr, Grund und Boden durch engere "Sozialbindung" den Machenschaften gieriger Spekulanten zu entziehen. Was beim Trinkwasser längst selbstverständlich sei, müsse künftig auch für Grund und Boden gelten.

Nichts gegen eine Neuordnung des Bodenrechts, sofern sie mit unserer Gesellschaftsordnung vereinbar und politisch durchsetzbar ist. Der einzige praktikable Weg dazu ist zur Zeit die möglichst baldige Verabschiedung des Städtebauförderungsgesetzes.

Rätselhaft bleibt jedoch OB Vogels – Wasserperspektive. Wie sollte es wohl möglich sein, das fließendste aller Elemente – ähnlich dem Boden als dem konstantesten aller Elemente – spekulativ zu ersetzen? Denkt Vogel an einen schwunghaften Handel mit Talsperren? Das Wasser selbst wird doch – ganz im Gegensatz zum Grund und Boden – immer sehr schnell konsumiert und immer ebenso schnell reproduziert. Hier Parallelen zu sehen, heißt doch wohl, bestimmte quasilegale Grundstücksmanipulationen im wahrsten Sinne des Wortes zu verwässern. izh