Es muß eine internationale Verschwörung der Hoteliers von Oberammergau bis Honolulu geben! Eine bayerische Bauernpension hat zwar mit einem amerikanischen Hilton-Hotel so viel gemeinsam, wie ein Mops mit einem afghanischen Windhund – dennoch: auf eine geheimnisvolle Weise stimmen beide überein, gerade dort zu sparen, wo es den Gast am am härtesten trifft, am Bett.

Doch damit nicht genug. Ob ich in einer Ferienwohnung eines Schweizer Wintersportortes nächtige oder in einem Ferienhaus am Meer – es ist überall das gleiche: die Betten sind zu kurz. Nur zu Hause kann ich mich in meinem Zwei-Meter-Bett gemütlich ausstrecken, auf Reisen stoßen sich meine ein Meter neunzig hart im Raum.

Verwunderlich nur, daß es noch zu keinem Streik oder "Sleep-in" der gepeinigten Hotel- und Urlaubsgäste kam. Denn nicht nur die "Langen" sind von dieser Bettenmisere betroffen. Es gibt heutzutage noch Hotels und andere Unterkünfte, die allen Ernstes Betten mit einer Länge von einem Meter achtzig anbieten. Und sogar in funkelnagelneuen Hotels der internationalen Klasse hat man sich nicht gescheut, im Jahre 1969 noch Liegestätten von einem Meter neunzig Länge aufzustellen. Gedankenlosigkeit? Sparsamkeit? Oder was? R.