General Park Chung Hee, seit acht Jahren Staatspräsident von Südkorea, kann sich 1971 zum dritten Mal um die Präsidentschaft bewerben. In einem Referendum stimmten 65,1 Prozent der südkoreanischen Wähler für die Verfassungsänderung, nach der ein Präsident künftig drei Amtsperioden hintereinander ableisten kann. In der Verfassung von 1962 war lediglich die einmalige Wiederwahl eines Staatspräsidenten erlaubt. Ein Sieg des Generals bei den Wahlen im übernächsten Jahr gilt als sicher. Dem Referendum waren im September scharfe Auseinandersetzungen vorausgegangen: Auch in Parks Republikanischer Partei gab es eine Gruppe von Abgeordneten, die sich gegen eine Verfassungsänderung aussprachen. Besonders stark war die Opposition innerhalb der Studentenschaft, Sie konnte während des Wahlkampfes allerdings nur wenig in Erscheinung treten. Mit ihren Machtmitteln (Geheimdienst, Armee und Miliz) hielt die Regierung die Gegner der Verfassungsänderung in Schach. Immerhin lehnten 30,5 Prozent der Südkoreaner bei der Abstimmung eine dritte Amtsperiode Parks ab.