Sollten Sie sehen:

"Das Doppelleben der Sister George", von Robert Aldrich. "Jerry, der Herzpatient", von George Marshall. "Das Fotomodell", von Jacques Demy. "Zwei Banditen", von George Roy Hill. "Das Schloß im Spinnwebewald" (1959), von Akira Kurosawa.

Repertoire: Filme von John Ford. Was die Filme des heute 74jährigen Hollywood-Veteranen so unheimlich macht: es sind allesamt Filme in der Fremde. Seine Wurzeln hat Fords Werk in Irland, dem Land seiner Eltern, in dem mehrere seiner Filme spielen – aber die Wurzeln sind ausgerissen. Den Western hat Ford zu seinem bevorzugten Genre gemacht, weil er eine Welt ohne gegebene Ordnung zeigt. Wie aus Gewalt Recht und Gesetz wird: das kann man nirgends so sehen wie in Fords Filmen. Immer ist die Haut ganz dünn, die die Zugehörigkeit eines Menschen zu seiner Familie, seinem Volk, seiner Rasse sichert. Prototyp Fordscher Helden sind jene weißen Frauen, die von Indianern geraubt wurden und selbst zu Indianern geworden sind. – In unserem Verleih- und Kinoangebot ist Ford relativ gut vertreten, mit: "Die verlorene Patrouille" (1934), "Ringo" (1939), "Der lange Weg nach Cardiff" (1940), "Früchte des Zorns" (1940), "So grün war mein Tal" (1941), "Tombstone" (1946), "Spuren im Sand" (1948), "Bis zum letzten Mann" (1948), "Der Teufelshauptmann" (1949), "Westlich St. Louis" (1950), "Rio Grande" (1950), "Die Katze mit dem roten Haar" (1952), "Mogambo" (1953), "Wem die Sonne lacht" (1953), "Der schwarze Falke" (1956), "Chefinspektor Gideon" (1958), "Das letzte Hurra" (1958), "Der letzte Befehl" (1959), "Der schwarze Sergeant" (1959), "Zwei ritten zusammen" (1960), "Der Mann, der Liberty Valance erschoß" (1961), "Die Hafenkneipe von Tahiti" (1962), "Cassidy, der Rebell" (von Ford begonnen, 1965) und "Sieben Frauen" (1965). Im Fernsehen:

"Elena und die Männer" (1956), von Jean Renoir. Eines der skeptisch-epikureischen Spätwerke Renoirs, die Geschichte einer schönen Frau (Ingrid Bergman), die durch ihre Liebesaffären in die Politik der Belle Époque eingreift. Den historischen Hintergrund bildet die Geschichte des französischen Kriegsministers und nationalistischen Putschistengenerals Georges Boulanger. ZDF am 25. Oktober.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

"The Wild Bunch – Sie kannten kein Gesetz", von Sam Peckinpah. Kassenräuber, Kopfgeldjäger und Soldateska jagen einander im mexikanischen Grenzgebiet, um 1914. Nicht nur beim Millieu hat hier der Italowestern Pate gestanden. Den Helden hat die Bande, den Showdown die Massenballerei ersetzt; Landschaft und Totalen sind verschwunden; statt dessen stürzen die Bilder – nah gefilmt und kurz montiert – auf den Zuschauer ein. Wenn er aus dem Kino kommt, hat er nichts gesehen, aber er kriegt das Hämoglobin nicht aus den Augen, das da immerfort in Zeitlupe verspritzt wird. Zum authentischen Western verhält sich dieser etwa wie "Bonnie und Clyde" zum alten Gangsterfilm. Beide delektieren sich unreflektiert an der Gewalt. Gewalt im Western war früher die alltägliche Gewalt einfacher, auf ihr Recht und ihre Freiheit erpichter Menschen, vitale, manchmal tragische Gewalt – hier ist es nur der Sadismus von Psychopathen. Das nimmt den Beziehungen zwischen den Figuren die Spannung (trotz seiner Brutalität ist dies ein ziemlich langweiliger Film); nichts passiert zwischen den Bildern; die Montage ist bloße Addition.

"Lauf um dein Leben", von Sergio Sollima. "Frankenstein muß sterben", von Terence Fisher. "Isadora", von Karel Reisz. "If...", von Lindsay Anderson. "Unter der Treppe", von Stanley Donen. "Die Hölle sind wir", von John Boorman.