Schwedens staatliche Testinstitute prüften die Farbfernseher auf dem schwedischen Markt und ließen die renommierteste Marke durchfallen. Die drei Farbfernseher der Svenska-Philips erhielten (neben zwei skandinavischen und den in Schweden angebotenen Grundig-Geräten) die schlechteste Note.

Die höchste Punktzahl wurde überhaupt nicht vergeben. Den Testern erschien die Farbwiedergabe bei keinem der Geräte als "vollkommen korrekt".

Svenska-Philips sieht von der schlechten Note seine starke Position in Schweden bedroht. Denn bislang kauften über 50 Prozent aller Schweden ihr Farbgerät von Philips – dem Unternehmen, das überall auf dem europäischen Fernsehmarkt dominiert. Philips reagierte mit einem Gegenangriff.

Die Philips-Manager überzeugten den schwedischen Handelsminister Gunnar Lange, daß die Sache untersucht werden müsse. Lange bestimmte einen Ausschuß, der nun die Tests überprüfen soll.

Der Ausschuß wird, wenn ein Ergebnis erreicht werden soll, eine ungeheuer schwierige Frage entscheiden müssen: Läßt sich die Farbwiedergabe überhaupt objektiv prüfen?

Jeder Mensch sieht Farben anders, das hängt davon ab, wie seine Lichtzellen reagieren. Die Tester aber hatten die Qualität der Geräte mit Instrumenten gemessen. Philips: Das Farberlebnis ist so individuell, daß es nur von vielen Augen unter normalen Verhältnissen gemessen werden kann.

Dieser Ansicht sind auch andere Firmen. Wenn der Schweden-Ausschuß sich davon überzeugen läßt, dann heißt das, es ist praktisch unmöglich, Farbfernseher zu testen.

Die Philips-Experten machen dem Untersuchungsausschuß die Entscheidung nicht leicht. Philips verteidigte seine Fernseher mit dem Hinweis auf ein deutsches Testergebnis. Da schnitt Philips weitaus besser ab ("DM-Test"). Geprüft wurde aber ebenfalls mit Instrumenten. rod