Unterstützung wird folgen", pflegte General de Gaulle zu sagen. Sein Nachfolger Georges Pompidou, der sich jetzt bemüht, die französische Wirtschaft zu stabilisieren, mußte in der vergangenen Woche feststellen, daß das Wort des Generals – wie schon oft in der Vergangenheit – auch diesmal nicht stimmt.

Pompidous Appell zur Disziplin wurde von den Franzosen kaum gehört. Die französische Bevölkerung, die ihre Konsumgüternachfrage bis Anfang nächsten Jahres drastisch einschränken soll, zeigt wenig Vertrauen in ihre Regierung.

Eine Umfrage des "Institut Franyais d’Opinion Publique", durchgeführt im Auftrage des Pariser Wirtschaftsblattes "Les Informations" und von dieser Zeitung in diesen Herbsttagen veröffentlicht, brachte neue Unruhe in die "Rue de Rivoli".

Nach dieser Umfrage sind 56 Prozent der Franzosen bereit, mehr auszugeben als bisher, und nur drei Prozent hoffen, mehr sparen zu können.

Allein im Monat September wurden 23 Prozent mehr Kühlschränke, 18,3 Prozent mehr Waschmaschinen und rund 14 Prozent mehr Autos in Frankreich verkauft als im September 1968.

Weiter glauben 62 Prozent der Franzosen, daß eine neue Streikwelle die französische Wirtschaft bedroht.

Schon wächst die soziale Unruhe bei den Eisenbahnern und auch in der Privatindustrie. Es kam in der vergangenen Woche zu Streiks bei den Renault-Werken. Die Entwicklung wird an der Seine mit großem Unbehagen verfolgt.

Giscard d’Estaing will jetzt mit einer großen Werbekampagne unter dem Motto "La Defence du Franc passe par tous les Français" (Die Verteidigung des Franc ist Sache aller Franzosen) die Franzosen in letzter Minute für den Stabilisierungsplan der Regierung gewinnen. glp