Exfinanzminister Strauß legt Wert auf die Feststellung, daß er sauber geführte Bücher und eine geordnete Kasse seinem Nachfolger übergibt. Was den Augenblick betrifft, bestehen daran keine Zweifel. Für den kommenden Haushalt sieht das aber schon ganz anders aus; Es wird schwer sein, das Verhältnis von zusätzlichen Ausgaben und zusätzlichen Einnahmen auch nur einigermaßen in der Waage zu halten.

Das weiß Strauß natürlich genauso gut wie sein Nachfolger; denn ein beträchtliches Maß der künftigen zusätzlichen Ausgaben ist das Ergebnis der politischen Entscheidungen vor dem Regierungswechsel. Es war ein Stück vorweggenommener Opposition, als Strauß versuchte, diese Tatsache zu vernebeln. Damit aber wurde die gut vorbereitete Inszenierung des Stückes "Die Übergabe meiner Bücher" nicht ganz zu dem, was er sich darunter vorgestellt hatte.

Alex Möller als künftiger "Buchhalter" hat Zu den Äußerungen von Strauß wahrscheinlich bewußt geschwiegen. Ihm kann es nur recht sein, wenn dieser schier unüberwindliche Schwierigkeiten des Bundes an die Wand malt. Die taktische Position des neuen Finanzministers wird dadurch nur gestärkt; und das kann Alex Möller gebrauchen. je