Wechselspiele

Touristen seien gewarnt: Der Umgang mit Devisen ist gegenwärtig ein Spiel mit unliebsamen Überraschungen. Sagen wir zum Beispiel, Sie führen nach London. Bekanntermaßen kann man dort günstig einkaufen. Also nehmen Sie für alle Fälle tausend Mark in englischen Pfunden mit. Genau gerechnet sah das Anfang Oktober so aus: 109 englische Pfund zum Kurs von 9,20 Mark für 1002,80 Mark.

Wies der Zufall will, die Einkäufe unterbleiben, der Reisende muß (so sagen die englischen Vorschriften) sein gutes Geld vor der Ausreise wieder in Mark zurücktauschen. Pfund gegen Mark – man glaubt seinen Ohren nicht zu trauen – nimmt die Bank von England zum Kurs von 8,80 Mark gnädig entgegen. Und zurückgekehrt nach Deutschland, stellt der Tourist mit noch längerem Gesicht fest: hier werden – nachdem eine Woche vergangen ist – inzwischen nur noch 8,75 Mark für ein Pfund geboten. Umtauschverlust fünf Prozent oder 49,05 Mark! Da hilft kein Zetern – die Banken verweisen auf die unsichere Lage auf dem Devisenmarkt – da hilft nur: Keine Devisen mitnehmen und je nach Bedarf im Ausland Mark eintauschen. Denn auch hier, wie allerorts, gilt der Grundsatz: Den letzten beißen die Hunde – in unserem Fall die Banken! -ft

Telephonisches

Fall eins im "Hotel Stuttgart International". Die Rezeption weist das Angebot des Gastes zurück, ein Stadttelephongespräch zu bezahlen: O Gott, nein, das sei schon im Preis mit drin. Dieselbe Rezeption aber hatte am Abend vorher für das Herbeirufen eines Taxis 35 Pfennig Telephongebühren verlangt. Warum das eine, warum das andere, warum nicht umgekehrt, wieso überhaupt?

Fall zwei im "Palasthotel Mannheimer Hof". Das Mädchen in der Telephonvermittlung ruft im Zimmer an: "Sie hatten eben mit Hamburg telephoniert? Dann muß ich Sie leider bitten, die Gebühren gleich bei mir zu bezahlen." Einwand des Gastes, es sei schon nach 23 Uhr, er liege im Bett, das Badewasser laufe ein, und ob es wohl nicht ratsam und üblich sei, die Schuld von drei Mark siebzig morgens zu begleichen. "Es tut mir leid, aber ich muß jetzt abrechnen." Noch ein Einwand. "Leider nein, ich muß darauf bestehen, ich kannIhnen ja auch jemand schicken." Vor lauter Verblüffung zieht sich der Gast an, fährt hinab und bezahlt selber, damit eine Palasthotel-Abteilung Kasse machen kann und damit er wenigstens sieht, wie das Mädchen ausschaut, das erstens solche merkwürdigen Anordnungen, zweitens gegen alle Vernunft und drittens wohl auch unhöflicherweise ausführt. Komische Usancen. m. s.

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