Die Kurse deutscher festverzinslicher Papiere sind in Bewegung geraten. In den ersten Oktober-Tagen kam es zu größeren Anlagekäufen sowohl einiger Rentenfonds als auch von Seiten der Versicherungen und größerer privater Anleger. Die dadurch entstandenen Kursgewinne sind inzwischen zum größten Teil: wieder verloren gegangen. Sicherlich wären die Ausschläge noch gravierender gewesen, wenn nicht die Bundesbank durch Abgaben in den öffentlichen Anleihen den Markt rechtzeitig beruhigt hätte.

Diese nervösen Zuckungen, meine verehrten Leser, scheinen mir anzudeuten, daß wir im Zinstrend einem Wendepunkt entgegenstreben. Ich halte es für nützlich, dem Rentenmarkt mehr Aufmerksamkeit zu schenken als bisher. Dies sollte besonders im Hinblick auf die Ausnutzung des prämienbegünstigten Wertpapiersparens geschehen, für das sich nach meiner Meinung festverzinsliche Papiere (auch Rentenfondsanteile) besser eignen als Aktien.

Wer jetzt (und in den nächsten Wochen) im Rahmen des prämienbegünstigten Sparens (Einzelheiten erfragen Sie bitte bei den Banken und Sparkassen) sein Geld für rund 5 Jahre festlegt, sichert sich eine Rendite zwischen 7,25 und 7,50 Prozent, dazu kämen dann noch die Prämien. Selbst wenn man unterstellt, daß die Jahre größter Preisstabilität vorerst der Vergangenheit angehören, wird dieser hohe Zinsnutzen sicherlich nur zum kleineren Teil vom Kaufkraftschwund aufgezehrt werden.

Wir wollen uns nichts vormachen: Rentenpapiere sind Risikopapiere. Ihre .Kurse unterliegen Schwankungen – im Gegensatz zu den Sparbriefen des Bundes oder der Kreditinstitute. Dafür ist der Zinsnutzen der börsengängigen Rentenwerte höher. Natürlich wird heute niemand sagen können, wie die Rentenkurse aussehen werden, wenn die jetzt im Rahmen des prämienbegünstigten Sparens festgelegten Wertpapiere wieder frei verkauft werden können. Zuverlässiger lassen. sich aber Prognosen für den Zeitraum der kommenden 12 Monate stellen. Und er ist für jene Wertpapiersparen wichtig, die Wert auf ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Renten und Aktien legen oder die vom Ertrag her auf möglichst hohe Zinseinnahmen angewiesen sind.

Die Zinshöhe in der Bundesrepublik wird durch zwei Faktoren bestimmt werden:

• Von der Konjunkturpolitik der neuen Bundesregierung

• Von der Zinsentwicklung in der westlichen Welt, insbesondere in den USA.