Nach einer Pause von fünf Jahren haben am Wochenanfang wieder sowjetischchinesische Verhandlungen begonnen. Die Delegation der UdSSR in Peking wird vom ersten stellvertretenden Außenminister Wassili Kusnezow geleitet, der von 1953 bis 1955 Botschafter in der chinesischen Hauptstadt war. Leiter der Delegation Chinas ist Vizeaußenminister Tschiau Kuan-hua. Wie die amtliche Pekinger Nachrichtenagentur Hsinhua meldete, ist das Thema der Verhandlungen die "chinesisch-sowjetische Grenzfrage". Weiter wurde bekannt, China verlange von der Sowjetunion nicht die Rückgabe der umstrittenen Grenzgebiete, sondern lediglich die Anerkennung der These, daß die heutige sowjetisch-chinesische Grenze auf den unter den Zaren abgeschlossenen "ungleichen Verträgen" beruhe. Danach werde sich Peking mit "geringfügigen Grenzberichtigungen" begnügen. Es wird mit einer langen Dauer der Verhandlungen gerechnet. Wassili Kusnezow begann die Gespräche mit einer freundschaftlichen Geste. Bei seiner Ankunft in Peking bedankte er sich ausgiebig für das "herzliche Willkommen".