Der schwedische Außenminister trat ins Fettnäpfchen. Auf dem Parteitag der Sozialdemokraten erklärte Torsten Nilsson, Schweden werde in den nächsten Jahren Nordvietnam 300 Millionen Kronen zur Verfügung stellen. Teils als Kredit gedacht, teils als Geschenk, sollen sie den Vietnamesen beim Wiederaufbau ihres Landes helfen.

Daß man die Nordvietnamesen unterstützt und beschenkt, mögen die Amerikaner nicht. Prompt reagierten einige amerikanische Unternehmen. Die amerikanische Export-Import-Bank erklärte sofort, sie müsse ihre Kreditpolitik gegenüber schwedischen Firmen überprüfen.

Dagegen wurde die Unterzeichnung eines Vertrages über die Lieferung von Turbinen "bis zur Klärung der politischen Lage" verschoben. Die amerikanische Hafenarbeiter-Gewerkschaft drohte, Schwedens Handelsflotte mit einem Abfertigungsboykott zu belegen, im amerikanischen Außenministerium erwog man finanzielle Repressalien, und manche schwedisch-amerikanischen Wirtschaftsverhandlungen schleppen sich seit Torsten Nilssons Rede in mieser Atmosphäre dahin.

Dabei hatte der schwedische Außenminister alles gar nicht so gemeint. Natürlich müsse in Vietnam erst mal Waffenruhe herrschen. Und außerdem sei der größte Teil des Betrages als Kredit gedacht, bei dem sich die Schweden ein Mitspracherecht vorbehalten hätten, ließ sich Nilsson in einem Leserbrief an "Dagens Nyheter" vernehmen. Aber, wie man in schwedischen Industriekreisen fand, doch recht spät.

Inzwischen war nämlich eine Sanktion größeren Ausmaßes erfolgt. Ein Auftrag im Wert von 175 Millionen Kronen, den die Firma Stora Kopparberg von einem amerikanischen Unternehmen erhalten hatte und der bereits vertragsreif war, ging verloren.

Das betreffende US-Unternehmen teilte telephonisch mit: "Wenn Schweden für ein Land Geld bereitstellt, mit dem sich die USA im Kriegszustand befinden, gibt es für uns keinen Grund, den Vertrag zu unterzeichnen."

Worüber der Vertrag eigentlich geht, ist ziemlich unklar. Manche vermuten, daß es sich um Lieferungen von Zeitungspapier handelt. Aber auch von Stahlgeschäften ist die Rede.