Das Spiel wiederholt sich alle drei Jahre: Wenn in Kanada die Tarifverträge für die Metallarbeiter auslaufen, dann streiken die Arbeiter in den Nickelwerken von "International Nickel" (Inco) und "Falconbridge". Sie streiken traditionell sehr lang – in diesem Jahr schon seit vier Monaten.

Für die westliche Welt haben die kanadischen Nickelstreiks böse Folgen, denn die Kanadier produzieren etwa zwei Drittel des westlichen Nickelbedarfs (insgesamt fast 500 000 Tonnen im Jahr). Das französische Unternehmen "Le Nickel" (Neukaledonien) und eine Reihe kleinerer australischer und griechischer Produzenten können allein die Nachfrage nicht annähernd befriedigen.

In diesem Jahr ist Nickel so knapp geworden, daß sogar die großen Unternehmen der englischen Maschinenbau- und Fahrzeugindustrie die Produktion einschränken müssen. Die englische Regierung half 1966 in der letzten Streikperiode noch mit dem Ausverkauf ihrer strategischen Nickelreserve. In diesem Jahr gibt es keine strategischen Vorräte mehr.

Die Vorräte der kanadischen Produzenten sind inzwischen so weit geschrumpft, daß von ihnen Nickel nur noch in ganz kleinen Rationen und nur an Firmen, die langfristige Lieferverträge abgeschlossen haben, geliefert wird. Die Russen sorgten in den vergangenen Jahren für einen gewissen Marktausgleich. In diesem Jahr halten sie sich zurück, obwohl sie gegenwärtig für den knappen Rohstoff mehr Devisen als jemals zuvor kassieren.

Während "Inco", "Falconbridge" und "Le Nickel" zu einem festen Preis liefern – seit zwei Jahren liegt er bei rund 9000 Mark für die Tonne –, nehmen die Russen (wie auch die Griechen und die Schrotthändler), was der Markt hergibt. Der freie Nickelpreis lag traditionell unter dem festen Preis. In den letzten Jahren aber ist er unablässig gestiegen. Wer heute eine Tonne Nickel auf dem freien Markt kaufen will, der muß bereits 50 000 Mark zahlen.

Die Engländer schätzen, daß der Preis noch auf 70 000 Mark klettern wird. Die Russen werden trotzdem nicht mehr liefern als heute. Sie haben offensichtlich genug Sorgen, ihre eigene Industrie mit dem knappen Rohstoff zu versorgen. Außerdem sind sie kaum daran interessiert, durch ein großes Angebot die Inflation des Nickelpreises zu stoppen.

Profit von den Streiks kanadischer Metallarbeiter macht neben den Russen der Australier Norman Shierlaw. Er beteiligte sich vor zwei Jahren mit dem Unternehmen "Poseidon" an der Nickelsuche in Australien. Aus dem Poseidon-Pachtgelände Windarra wurden jetzt reiche Funde gemeldet.

In vierzehn Tagen stiegen die Poseidon-Aktien von 20 auf 280 Shilling. Shierlaw kaufte, vor zwei Jahren 200 000 Poseidon-Aktien für einen Shilling das Stück. -of