Vom Wetter, insbesondere vom Winterwetter soll hier die Rede sein. Unter "Wetter" versteht man den physikalischen Zustand der uns umgebenden Luft. Wir beschreiben ihn mit Hilfe, bestimmter Begriffe, wie beispielsweise der Temperatur, dem Luftdruck, der Luftbewegung, dem Gehalt an Wasser oder Wasserdampf und so fort.

Im idealen Jahresablauf der Witterung in Deutschland beginnt etwa um den 25. November der Vorwinter. Er wird oft durch den Vorstoß milder Meeresluft aus westlichen Richtungen eingeleitet. Die Lufttemperaturen liegen im allgemeinen noch über dem Gefrierpunkt. Es folgen jedoch kurzfristige Kaltluftvorstöße aus östlichen Richtungen mit den ersten Frostperioden. Der Vorwinter endet mit dem "Weihnachtstauwetter" in der Zeit zwischen dem 22. und 26. Dezember.

In der Mehrzahl aller Fälle erleben wir in Mitteleuropa grüne Weihnachten. Weiße Weihnachten gehören zu den Ausnahmen, insbesondere in den westlichen und nördlichen Landesteilen. Aus langjährigen Beobachtungen geht hervor, daß die Tagesmitteltemperaturen nach dem 22. Dezember ansteigen und in der Folge auch die Schneehöhen abnehmen, in den tieferen Lagen sehr oft sogar verschwinden. Diese milde winterliche Periode ist an den Vorstoß milder Meeresluft aus westlichen Richtungen auf der Vorderseite atlantischer Tiefdruckgebiete gebunden. So kommt es häufig in kurzer Zeit zu Temperaturstürzen von mehr als 20 Grad.

Die Monate Januar und Februar zählen zum Hochwinter. Während dieser Zeit werden die tiefsten Lufttemperaturen erreicht. Sie ist aber auch gekennzeichnet durch den Wechsel zwischen trockenem Frostwetter und kurzen Perioden mit Tauwetter. Bei einem überwiegend strengen, also länger anhaltenden Winter, sind die milden Zwischenperioden nur schwach oder gar nicht ausgeprägt.

Wintersportler interessieren sich natürlich besonders für einen Ausblick auf die mittlere Verteilung der Schneehöhen. Dabei darf freilich nicht übersehen werden, daß die über lange Perioden hinweg täglich gemessenen Werte sehr stark schwanken. So gibt es winterliche Perioden, in denen man an vielen Stationen sehr wenig oder gar keinen Schnee vorfindet. Dagegen hält sich im Hochwinter eine Schneedecke von 50 cm Höhe fast immer ab 800 bis 900 m Höhe (siehe Abbildung). Langjährige Beobachtungen zeigen aber auch, daß es zum Beispiel im Januar in Braunlage und auf dem Kahlen Asten innerhalb von 20 Jahren etwa 15 schneelose Perioden mit einer mittleren Dauer von drei Tagen gegeben hat.

Der Wintersportler wird die Gebiete bevorzugen, die eine anhaltende Schneehöhe von 20 cm und mehr garantieren, da nur in diesen Gebieten gute Wintersportmöglichkeiten gegeben sind. Wir können der beigefügten Graphik entnehmen, daß der in 575 m Höhe gelegene Ort Braunlage im Harz im langjährigen Mittel eine wesentlich größere Zeitspanne mit einer Schneehöhe von mehr als 20 cm (Dezember bis April) aufweist als der höhere Hoherodskopf oder gar der 300 m höhere Feldberg im Taunus. Viele Bürger, aus Norddeutschland und Berlin bevorzugen auch aus diesem Grund den Harz als Wintersportgebiet. In Garmisch-Partenkirchen liegt im Mittel über viele Jahre im Februar nicht mehr als 32 cm Schnee. Viel günstiger sieht es dagegen in Höhen oberhalb 1000 m aus. Hier kann nahezu an allen Tagen bei Tagestemperaturen, die dem langjährigen Mittel entsprechen, von Anfang Dezember bis Ende April Wintersport getrieben werden.

Der Schneefall ist an einen ganz bestimmten atmosphärischen Zustand, beziehungsweise an besondere Wetterlagen gebunden. Zwei Voraussetzungen müssen erfüllt sein. Die Temperatur der bodennahen Luftschicht muß unter dem Gefrierpunkt liegen, und es muß mit zunehmender Höhe eine ausreichende Menge Wassserdampf (oder Wasser) in der Atmosphäre vorhanden sein. Hochreichende kalte Festlandsluft, die aus östlichen Richtungen nach Mitteleuropa einströmt, ist im allgemeinen sehr trocken: Dabei kommt es selten zu verbreiteten Schneefällen. Wenn die Kaltluft jedoch flach einströmt und sich gleichzeitig aus südwestlichen oder südlichen Breiten feuchte Warmluft über die bodennahe Kaltluft schiebt, kommt es zu Aufgleit- und Hebungsprozessen in der Atmosphäre und damit auch zu verbreiteten und länger anhaltenden Schneefällen. Setzt sich jedoch die subtropische Warmluft bis zum Boden durch, so führt dies zu Schneematsch und Tauwetter.