Von Ferdinand Ranft

Die französischen Wintersportorte sind fest entschlossen, ihr angeknabbertes Image bei den deutschen Urlaubern aufzupolieren. Gegen die landläufige Meinung, ein Skiurlaub in Frankreich sei zu teuer, will die Dachorganisation aller französischen Wintersportveranstalter, "Ski France", nicht nur Argumente, sondern auch Tatsachen ins Feld führen. Man spricht von acht bis zehn Prozent Preisnachlaß in dieser Saison gegenüber dem Vorjahr. Die Vorteile aus der Franc-Abwertung sollen – anders als bei den französischen Automobilen – den "Verbrauchern" voll zugute kommen.

Die Franzosen haben ihre Winter-Offensive glänzend vorbereitet. Ein 48seitiger Prospekt in deutscher Sprache gibt zunächst detaillierte Auskunft über die 58 Wintersportorte in den fünf französischen Gebirgsketten. Diese Orte weisen einen Mindeststandard auf: Mehrere Hotels und Chalets, Skischule, Lifte und Seilbahnen, Pistenwartung und -Sicherung, Rettungsdienst und ein rundes Angebot für Aprés-Ski: Eisbahnen, Nachtklubs, Bars. In der Hauptsaison wird ein Hotelzimmer mit Frühstück zwischen 13 und 24 Mark kosten (Ein- bis Drei-Sterne-Hotels), die Vollpension (in den gleichen Kategorien) zwischen 27 und 56 Mark.

Damit die Urlauber besser kalkulieren können, gibt es in vielen Wintersportorten auch Pauschalaufenthalte, freilich oft nur außerhalb der Hauptsaison, sie enthalten neben der Vollpension im Hotel die unbeschränkte Benutzung aller Lifte und Seilbahnen, die kostenlose Benutzung der Pendelbusse, des Schwimmbades, der Eisbahn, sowie die Teilnahme am Gruppen-Skiunterricht. Solche Sieben-Tage-Pauschalaufenthalte in Zwei-Sterne-Hotels kosten zwischen 202 und 374 Mark.

Neben den großen Wintersportorten kennt man in Frankreich noch die sogenannten Skizentren. Der Katalog enthält 142 davon. Hier gibt es oft nur Pensionen, keine oder wenige Hotels. Einige haben auch keine Skischule, das Aprés-Skileben ist bescheiden, man gibt sich familiär. Einige Skizentren, wie Flaine in den Nordalpen oder Foux d’Allos in den Südalpen mausern sich zur Kategorie der großen Orte.

Empfehlenswerte Skizentren sind außerdem: Argentiere, Autrans, Col des Saisies, Peisey-Nancroix, La Rosière-Montvalezan (alle in den Nordalpen); Super Devoluy (Südalpen); Agudes, Angles (Pyrenäen); Super-Lioran (Zentralmassiv) und Ballon d’Alsace, Champ-du-Feu, Gaschney, Grand-Ballon, Markstein, Schlucht und Schnepfenried (alle Vogesen).

Aber auch die Nicht-Skifahrer sollen auf ihre Kosten kommen. 600 Kilometer Spazierwege werden im Winter für sie freigehalten. Schwimmen, Rodeln, Fallschirmspringen, Bridge-Turniere, 200 Diskotheken und Nachtklubs, Kinos, Jazz- und Kammerkonzerte und Gemäldeausstellungen sollen dafür sorgen, daß keine Langeweile aufkommt.

Die Franzosen sind fest davon überzeugt, daß sie in der kommenden Wintersaison ernsthaft mit den anderen europäischen Skigebieten konkurrieren können. Am Ende der Saison wird sich zeigen, ob ihr optimistischer Slogan "Leben Sie wie der Herrgott in Frankreich – auch im Winter!" Erfolg hatte.