Zum Abschluß eines neuntägigen Aufenthaltes in der Sowjetunion hat der tschechoslowakische KP-Chef Gustav Husák auf einer Veranstaltung in Moskau die Invasion seines Landes durch Truppen des Warschauer Pakts als "Akt der Hilfe" bezeichnet. In einer gemeinsamen Erklärung, die zu Ende der tschechoslowakisch-sowjetischen Verhandlungen veröffentlicht wurde, kündigt Moskau umfangreiche Wirtschaftshilfe für die ČSSR an. Aus dem 20seitigen Kommuniqué geht hervor, daß die Lieferung von Konsumgütern sowie die Gewährung eines großen Barkredits als Honorierung für das Wohlverhalten der neuen Prager Führung gedacht ist. Inzwischen sind in der ČSSR die Säuberungsaktionen fortgesetzt worden. Besonderes Aufsehen hat der Ausschluß des mehrfachen Olympiasiegers Emil Zatopek aus der KPČ erregt. Das Prager Parteiblatt meinte zu dem Schritt gegen den ehemaligen Armeeoberst: "Er hat die grundlegenden Probleme unserer sozialistischen Gesellschaft nicht verstanden."