Tiere sind auch Menschen – spätestens seit Konrad Lorenz wissen wir das, in regelmäßigen Abständen daran erinnert werden wir von jenen Damen meist reiferen Alters, die so amerschrocken ihre Staatsbürgerpflichten ausüben, wenn es gilt, gegen die Vernichtung von Taubeneiern zu protestieren oder für das in den Luftschacht gefallene Kätzchen die gesamte städtische Polizei zu mobilisieren. Manche Menschen gehen sogar noch weiter in ihrer Tierliebe, lassen es nicht bei der für Tierfreunde typischen, herablassenden Protektion bewenden, sondern solidarisieren sich mit der anderen Spezies, indem sie menschliche Verhaltensweise ablegen und sich benehmen wie die Tiere (eine Information, die wir unserem Ex-Finanzminister verdanken).

Daß das wiederum die Tierwelt auf den Plan rief, war vorauszusehen. Eine von der Informationsstelle Edelstahl – Rostfrei ("Glanz fürs Leben") ausfindig gemachte Kuh gab kürzlich folgendes hier wörtlich zitierte Statement ab (Spiegel Nr. 43, S. 17); "Da ko’ ma halt ’rum und num schaun wii im wüll, vom Herrn Hofbesitzer sieht mit nix. Seit der uns mit Rostfrei razionalisiert hot, is eahm der Erflog in Kopf stiegn. Unseroana schaut er kaum no o. Der is jetzt ganz närrisch auf sei Rostfrei. Er sogt immer, s’is wegen der Hügiene und der Naitraliteet des G’schmacks – oder lauter so damische Wörter. Jo mei, praktisch san die Melkdinger scho. Und rosten dans aa net. Seng halt allerweil fesch aus."Soweit die rostfrei gemolkene Kuh in einwandfreiem Bayerisch. Dumme Kuh? Im Gegenteil. Sie hat erfaßt, daß in einem Land, wo Menschen sich wie Tiere benehmen, Tieren nur noch bayrisch sprechen hilft.

P. K.