Es kam Knall auf Fall: Der erste 30jährige Bonner IOS-Chef Bernhard C. M. Rayers, treusorgender Vater zweier Kinder und Liebhaber ebenso teurer wie schneller Autos, kündigte den Genfer Geldanlegern fristlos und wurde einen Tag später ebenso fristlos von ihnen entlassen. Zuvor hatte Rayers in Bernie Cornfelds Imperium fünf Jahre treu gedient und gut verdient.

Die Vorgeschichte der Kündigung liegt nahezu ein Jahr zurück. Der clevere Bonner IOS-Vertreter wollte sich mit den Geschäften für 105 (Investors Overseas Services) nicht mehr begnügen und gründete zusätzlich seine eigene "Capital-Anlage-Gesellschaft" (CAG).

Mit dieser Gesellschaft wollte er ebenso wie IOS das Vermögen anderer Leute gewinnbringend anlegen, freilich ohne Konkurrenzabsichten gegenüber seinem Arbeitgeber IOS.

Bei IOS in Genf und bei der deutschen Zentrale in München befürchtete man dennoch Interessenkollisionen beim Rayersschen Doppel-Service.

Deutschlands IOS-Repräsentant Erich Mende (Jahresgehalt rund 200 000 Mark) jedenfalls behauptet heute: "Die firmeninternen Ermittlungen gegen Rayers laufen schon seit einem Jahr."

Bevor die IOS-Ermittlungen gegen Rayers zu Konsequenzen führten, wurde Rayers konsequent! Er klagte in Bonn vor der Presse über seinen Arbeitgeber:

  • Kundenaufträge würden von der IOS-Zentrale zu lange hinausgezögert und unkorrekt behandelt.
  • Die ihm unterstellten IOS-Vertreter und sogar er selbst müssen auf ihre Provisionen zu lange warten.
  • Der gesamte Kundenservice habe nachgelassen.