Berlin Vom 4. bis zum 8. November. Galerie Gerda Bassenge "Alte und Neue Kunst, Bücher und Autographen", Auktion

Unter rund 750 Katalognummern Alter Kunst diesmal nur wenige Handzeichnungen, dafür Druckgraphik jeder Art und Güte, auch seltene, ausgefallene Blätter, "Der Traum des Raphael" von Giorgio Ghisi, aus der Ahnenreihe der Ars Phantastica, oder Brosamers "Lautenspieler" und die "Patientia nach Pieter Breughel" (3600 Mark), Kupferstiche von Goltzius, einige komplette Folgen von Callot, bei den Rembrandt-Radierungen "Der Zeichner nach dem Modell" (4000 Mark) und die "Vertreibung aus dem Tempel" (12 000 Mark). Drei geschlossene Bände Piranesi und einige herrliche Einzelblätter aus den Carceri. Glanzstücke des 19. Jahrhunderts: eine Salzburger Landschaft von Schinkel (45 000 Mark), Bilder von Franz Krüger und Trübner, Zeichnungen von Menzel und Leibl, Graphik von Redon, frühe Jugendstilplakate. Aus dem 20. Jahrhundert das übliche Graphikangebot und eine frühe "Apokalyptische Landschaft" von Meidner (16 000 Mark) sowie Plastik der Kollwitz. Anschließend, vom 6. bis 8. November, 1500 Bücher und 250 Autographen mit dem Stammbuch der Ottilie von Goethe, in dem sich sämtliche Freunde des Hauses, von Arnim bis Eckermann, verewigt haben.

Hannover Bis zum 2. November, Kestner-Gesellschaft: "Gotthard Graubner"

Graubner hat mindestens seit der letzten documenta internationale Resonanz. Er ist der einzige deutsche Künstler auf der Kölner Kunstmarktsonderschau "Eine Tendenz zeitgenössischer Malerei", eine Tendenz, die sich von anderen Tendenzen dadurch unterscheiden soll, daß sie allein die Farbe als Gegenstand und Medium des Gestaltens betrachtet. Graubner will "Farbe durch ihre Nuance erfahrbar machen". Die Ausstellung dokumentiert an mehr als 100 Arbeiten aus den Jahren 1959 bis 1960 die Phasen einer fortschreitenden Farbmuancierung. Erst Überlagerung transparenter Farbschichten; dann wird die Farbe durch Kissen oder Schwämme aufgetragen, die mit Farbe getränkt sind. Nächste Stufe: diese Kissen fungieren nicht mehr als Malerwerkzeug, sie sind Objekte, Farbkörper mit eigenem Stellenwert. In der letzten Phase werden die Kissen mit Perlongaze überspannt. Und jetzt erst kommt eine Schattierung, Stufung der Farbe zustande, die sich mit der herkömmlichen Methode nicht erreichen läßt. Die Farbe wird durch den Gazeschleier gefiltert, verteilt sich über die gewölbte Bildfläche, das Licht dringt unter die Haut des Farbkörpers, vermischt sich mit der Farbsubstanz. Ein experimenteller Beitrag zur Realisation von Farbe. Ob die Kissenbilder mehr bedeuten und beinhalten, hängt vom Betrachter ab. Franz Mon interpretiert sie poetisch: "Weiß wie weiß geblasen geschieden wie häutchen – im wird geschliffen gesetzt gesunken ohne bestimmte Verwendung – weiß unter weiß vom wasser gerieben ineinander verschoben ..." Um so besser für einen Maler, wenn er einen Dichter zu Versen inspiriert. Das Gedicht, zwei Seiten lang, ist im Katalog abgedruckt. Gottfried Sello

Weiterhin im Programm:

Köln Bis zum 29. November, Baukunst: "Surrealismus in Europa" Manieristen, Phantasten, Surrealisten aus drei Generationen, Außenseiter und Einzelgänger und in dieser Eigenschaft auf keinen gemeinsamen Nenner zu bringen und auf keinen Stil zu fixieren, eine im Konzept problematische und gelegentlich erstrangige Ausstellung mit 230 Bildern aus den Jahren 1916 bis 1969.

Berlin Bis zum 24. November, Nationalgalerie: "James McNeill Whistler"

Zwischen Realismus und Impressionismus suchte sich dieser Dandy und, im Endeffekt, Poet der Malerei seinen eigenen und eigenwilligen Weg