Das amerikanische Brokerhaus Bache & Co. brach vor rund zwei Jahren ein bis dahin streng beachtetes gentlemen’s agreement des Wertpapiereschäfts: Die deutsche Tochter des zweitgrößten amerikanischen Brokerhauses gründete das Bankhaus Bache & Co. in Frankfurt. Doch der Verstoß gegen die Tradition hat sich offensichtlich nicht gelohnt – Bache will das Bankhaus wieder verkaufen.

Über das Bankhaus wickelte Bache Wertpapiergeschäfte in amerikanischen aber auch deutschen Aktien direkt mit dem Publikum ab. Als Broker handelte man vordem nur mit amerikanischen Wertpapieren und fast nur mit den deutschen Banken. Die Banken schätzten die neue Konkurrenz natürlich nicht und darunter litt dann auch das Broker-Geschalt. Kraß ausgedrückt: Die Banken schnitten das Brokerhaus Bache, weil es auch ein Bankhaus Bache gab.

Der Ärger mit den Banken ist allerdings nicht der einzige Grund für den Bache-Rückzug. Es gab auch Ärger mit der amerikanischen Börsenaufsichtsbehörde (SEC) und mit dem Bundesaufsichtsamt für das Kreditwesen. Denn Bache-Manager verwalteten die Wertpapierdepots ihrer Kunden recht großzügig – das heißt, sie kauften und verkauften Wertpapiere auch ohne vorherige Rücksprache mit ihren Kunden.

Das ging solange gut, wie Gewinne gemacht wurden. Als die Bache-Experten Verluste machten, gab es einen kleinen Skandal: Die Geschäftsleitung des Bankhauses wurde ausgewechselt. In den Büchern, aber stand ein Verlust von fast 3,6 Millionen Mark.

So hält es Bache nach den bisher gemachten Erfahrungen wohl doch für besser, sich auf das mittelbare Wertpapiergeschäft mit deutschen Banken zu beschränken und allenfalls noch mit in Deutschland stationierten amerikanischen Kunden Geschäfte zu machen.

Von der Frankfurter Bache-Niederlassung werden Verkaufsverhandlungen über das Bankhaus Bache & Co. zwar nicht ausdrücklich bestätigt, man läßt jedoch durchblicken, daß an einen Verkauf nur unter der Bedingung gedacht ist, daß eine "gewisse Beteiligung" des amerikanischen Mutterhauses gewährleistet bleibe.

Im übrigen wird betont, daß das Brokerhaus mit seinen Niederlassungen in Frankfurt, Hamburg, und München noch weiter expandieren werde. So soll die Gründung einer vierten Niederlassung in Düsseldorf bevorstehen. -of