Franz Schubert / Hugo Wolf / Richard Strauss: "Lieder"; Janet Baker, Gerald Moore; Electrola C 063–00391, 21,– DM

Für die englische Sängerin hat sich das Wagnis, mit einem Lieder-Recital an die Öffentlichkeit zu gehen, gelohnt. Sie muß. hiernach in den auserwählten Kreis der Lied-Gestalter aufgenommen werden.

Max Reger: "Streichquartette A-dur und Es-dur, op. 54 Nr. 2 und op. 109"; Drolc-Quartett; Deutsche Grammophon Gesellschaft 139 438; 25,– DM

Das Drolc-Quartett in seiner neuen Besetzung spielt überlegen Werke, die heute noch in dem Ruf. stehen, .schwer; zugänglich zu sein. Diese Aufnahme wird dazu beitragen, das Vorurteil abzubauen..

Alexander Scrjabin: "Sonate Nr. 3 fis-moll, op. 23" und Sergej Prokofieff: "Sonate Nr. 7 B-dur, op 83"; Glenn Gould; CBS S 72 776, 25,– DM

Beide Sonaten sträuben sich gegen eine wissenschaftliche Katalogisierung: Prokofieffs Stück fällt aus dem Gesamt-Ouevre, weil es sich der Atonalität nähert, und Scrjabin wird damit abgegolten, daß er ein Wegbereiter Schönbergs sei. Daß er mehr ist, zeigt die Wiedergabe, durch den phänomenal begabten amerikanischen Pianisten.

Giuseppe Verdi: "Otello"; McCracken, Fischer-Dieskau, de Palma, Gwyneth Jones u. a., The Ambrosian Opera Chorus, The New Philharmonia Orchestra, London, Leitung: Sir John Barbirolli; Electrola C 065–01928/30, 48,– DM (Subskriptionspreis bis zum 31. 1. 1970, später 75,– DM)

Die Star-Besetzung hat der neue "Otello" mit anderen Aufnahmen gemeinsam. Das unterscheidende Merkmal sind Orchester und Chor: Bei ihnen wird nicht geschlampt, sondern jede Note kommt wie gestochen. Da außerdem der Dirigent die dramatischen Vorgänge zu höchster Spannung bringt, muß man feststellen: Die totgesagte Oper lebt.