Die drei Herren auf der Strandpromenade von Rimini waren sich einig: "Positanorot lackieren, zwei Halogen-Scheinwerfer dran, eine Dreiklanghupe und fertig ist das Fun-Auto." Ein paar weitere Fun-Beigaben sind beim Autobianchi A 112 serienmäßig: hölzernes Zwei-Speichen-Sportlenkrad, Drehzahlmesser und Knüppelschaltung.

Dennoch, der Mini aus Italien ist nicht halb so spaßig wie der echte Mini – der aus England. Der A 112 hat nicht die kleinen Räder wie der Engländer, nicht die extrem tiefe Lage und auch nicht die rundliche Karosserie.

Der italienische Mini ist neben dem Engländer ein biederes Auto: Er sieht erwachsen aus mit seiner kantigen Karosserie und den überdimensional großen Fenstern. Nach echter Kleinwagenmanier sind – eigentlich nur die Sitze geraten: "Aufgepolsterte Fiat-500-Sitze", spottete ein Testfahrer.

In der Konzeption ist der A 112 ein typischer Mini-Epigone: quergestellter Frontmotor, Frontantrieb, kurze Schnauze, Kastenform und eine Klapptür im Heck. Bei den deutschen Aufkäufern hat der Autobianchi durchaus die Chance, zum besseren Mini zu avancieren. Das gilt mit einiger Sicherheit für alle Käufer, die einen echten Zweitwagen suchen – zum Einkaufen oder für kleine Spritztouren.

Der A 112 hat einen kleinen Motor (900 ccm Hubräum, 44 PS) und einen großen Stauraum: Die hintere Sitzbank ist mit einem Griff in eine großzügige Gepäckablage verwandelt. In Deutschland wird es den Wagen erst im Frühjahr geben. Preis irgendwo zwischen 4900 und 5200 Mark.

Die Fahrleistungen sind ausgezeichnet. Der Laie bringt den A 112 ohne Mühe in 20 Sekunden auf Tempo 100. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 140 (die Tachos der Testwagen zeigten dann 160 an). Für die Sicherheit wurde viel Geld ausgegeben: Sicherheitslenksäule und Zweikreis-Bremssystem, Knautschzone vorn und gepolsterte Armaturen.

Zur Beruhigung für Käufer, die kleinen Autofabriken mißtrauen und schlechten Service befürchten: Autobianchi ist eine Fiat-Tochter, und der A 112 ist eigentlich ein Fiat – im Zweifelsfall sogar der bessere Fiat, denn Autobianchi produziert schon seit Jahren luxuriöse Versionen von Fiat-Modellen.