Von Rolf Diekhof

In diesen Tagen wird für deutsche Kehlen eine neue Zeit eingeläutet – zumindest in der Werbung bricht sie, an: "Die neue Whiskey-Zeit" (mit "e" weil’s amerikanischer Whisky ist). In der "neuen Zeit" soll den Deutschen der amerikanische Whisky "Seven-Crown" schmackhaft gemacht werden, soll Whisky, der noch ein rechtes Stiefkind des Schnapsmarktes ist, endlich populär werden.

Bisher gilt noch immer: Wenn die Deutschen zur Flasche greifen, dann greifen sie häufig daneben. Denn sie trinken nicht, was sie nach eigener Ansicht trinken sollten: Whisky. Der bräunliche Kornbrand, so haben die Demoskopen herausgefunden, steht in der sozialen Schnapsskala ganz oben – Cognac und Whisky sind die Getränke mit dem höchsten Prestigewert.

Schriftsteller und Regisseure pflegen das soziale Standing ihrer Helden und lassen sie fleißig Whisky trinken, die Konsumenten dagegen pfeifen aufs Sozialprestige, wenn es ans Trinken geht. Sie bevorzugen, was ihnen schmeckt, und das ist meist Weinbrand oder Schnaps.

Auch das haben die Demoskopen herausgefunden: Mindestens jedem dritten Deutschen schmeckt Whisky "überhaupt nicht". Es sind ver-

Verdünnen, denn: "Sein ungewöhnlich volles Aroma durchdringt selbst den längsten Longdrink."

Tatsächlich ist es eine Eigenart amerikanischer Whiskeys, daß sie sich vorzüglich zum Mixen eignen. Den Erfolg von "Seven-Crown" in den USA hat ein Limonadenrezept gesichert: Zitronenlimonade plus Eis plus "Seven-Crown".