"Verständnis und Unterstützung" hat der sowjetische Parteichef Breschnjew der neuen Bundesregierung in Aussicht gestellt, wenn sie der realen Lage in Europa und den Interessen eines dauerhaften Friedens Rechnung trage. In einer Rede in Moskau erklärte Breschnjew: "Es ist welche, Bedeutung beispielsweise die offizielle Anerkennung der in Europa bestehenden Grenzen einschließlich der Grenze zwischen der Bundesrepublik und der DDR, die Anerkennung des Münchner Abkommens als von Anfang an ungültig durch die westdeutsche Regierung, ihr Verzicht auf die von der CDU-Regierung widerrechtlich erhobene Alleinvertretungsanmaßung und so weiter hätten."

Auffallend konziliante Reaktionen auf die SPD-FDP-Regierung kommen auch aus anderen Ländern des Ostblocks. In einem ersten Kommentar des SED-Zentralorgans "Neues Deutschland" zum neuen Kabinett heißt es, die Ablösung der CDU/CSU sei "ein bemerkenswertes Ereignis, ja ein neues Element in der Entwicklung Westdeutschlands" und eine "ernste Schlappe für die konservativen Kräfte". Die Ostberliner Zeitung "Der Morgen" stellte ihren Lesern in einem längeren, kommentarlosen Beitrag den Lebenslauf von Bundeskanzler Brandt vor.

Die polnische Zeitung "Zycie Warszawy" begrüßte in einem Bericht ihres Bonner Korrespondenten die Bereitschaft der Bundesregierung zu Gesprächen mit Polen.