Schlag für Frisia-Aktionäre

Am 3. Dezember müssen die Frisia-Akionäre über eine Zusammenlegung des 31 Millionen Mark betragenden Aktienkapitals im Verhältnis 10 : 1 beschließen. Anschließend soll eine Kapitalerhöhung im Verhältnis 1:9 vorgenommen werden. Bereits 1965 hatte ein Kapitalschnitt von 10 : 1 stattgefunden. Für die vielen Kleinaktionäre ist diese Entwicklung eine herbe Enttäuschung, die sie sich allerdings selbst zuzuschreiben haben. Als der Schweizer Gottfried Duttweiler zur Zeichnung der Aktien der Erdölwerke Frisia AG aufrief, hat es an warnenden Stimmen nicht gefehlt. Keine im Erdölgeschäft erfahrene Bank war bereit, die Placierung der Aktien zu übernehmen. Gegen den Rat der Hamburgischen Landesbank – Girozentrale –, die sich im Ölbereich schon auf Grund ihres Standortes gut auskennt, übernahm 1958 ein Institut des öffentlich-rechtlichen Bereiches die Konsortialführung. Mit 80 Mark wird die Frisia-Aktie stolz bewertet. Dieser Preis scheint "sozial" kalkuliert zu sein. Wahrscheinlich ist es vernünftig, sich auf dieser Basis von dem Papier zu lösen.

Neue Lage bei der Üstra

Zu einem "angemessenen" Preis ist die Preag (Tochtergesellschaft der Veba) jetzt bereit, ihr Paket von 78 Prozent am 24 Millionen Mark betragenden Aktienkapital der Hannoverschen Verkehrsbetriebe (Üstra) AG an die Stadt Hannover zu verkaufen. Das Üstra-Problem muß gelöst werden, weil die Stadt Hannover durch ihre Fahrpreispolitik der im Privatbesitz befindlichen Gesellschaft schweren Schaden zufügt. Den Verhandlungen über die Verstaatlichung der Üstra liegt ein Bewertungsgutachten zugrunde, dessen Einzelheiten in Börsenkreisen noch unbekannt ist. Bislang war die Preag lediglich bereit, die Betriebsanlagen der Üstra an die Stadt Hannover zu verpachten. Wenn es jetzt zu einem Aktienankauf durch die Stadt Hannover kommt, müssen auch die Kleinaktionäre abgefunden werden. In Börsenkreisen meint man, daß der Abfindungskurs bei etwa 185 Mark liegen könnte. Heutiger Kurs 150 Mark.