Die Demokratie einer modernen Industriegesellschaft erfordert eine unabhängige Zentralbank, die verantwortlich für die Geldversorgung ist und zwar nach dem Prinzip, daß sich im Gelde die Knappheit der Produktivkräfte einer Volkswirtschaft spiegelt.

Eine unabhängige Zentralbank ist in der modernen Demokratie geradezu Voraussetzung, damit die wirtschafts- und sozialpolitischen Interessen des einzelnen Bürgers gegen die wirtschaftlichen und politischen Mächte, deren Gutwilligkeit keineswegs angezweifelt werden soll, abgesichert werden.

Mit Recht fordert der Verfasser Vollbeschäftigung. Doch warum sollen „Reinigungskrisen“ zum Instrumentarium der Bundesbank gehören? Das ist nicht einzusehen. Es ist durchaus im Sinne der Zentralbank, wenn es zukünftig gelänge, eine nur von milden Konjunkturzyklen bewegte Vollbeschäftigung durchzuhalten. Das erfordert aber vor allem die allgemeine Anerkenntnis des Prinzips des knappen Geldes – nicht zu verwechseln mit dem Dogma starrer Preisindex-Stabilität – und die Anstrengungen des Nachdenkens und Anpassens von Seiten der Unternehmen, der Gewerkschaften und der Wirtschaftspolitiken eine Aufgabe der nächsten Jahrzehnte.

Dr. Heinz Eckert, Brühl

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Das Postulat der Übereinstimmung zwischen der Politik der Bundesbank und der der Bundesregierung ist nur dann gerechtfertigt, wenn man einer Harmonie-Ideologie anhängt und nicht anerkennt, daß Konflikte innerhalb der Gesellschaft ausgetragen werden müssen, ja, daß auch Konflikte institutionalisiert werden können (Tarifverhandlungen).

Eine Analyse der englischen Notenbankpolitik zeigt, daß die Preisentwicklung keineswegs alleinige Richtschnur aller Maßnahmen ist. In welchem Ausmaß dies für die Bundesbank zutrifft, müßte durch eine input-output-Analyse oder eine Untersuchung des Prozesses der Entscheidungsfindung im Zentralbankrat geklärt werden. Leider hat sich die Bundesbank jedoch