Der Erfolg des Unternehmens Apollo 11 im Juli dieses Jahres hat bewiesen: Menschen können auf den Mond gebracht werden, sich dort bewegen und Arbeiten verrichten. Doch was Neil Armstrong und Edwin Aldrin während ihres Aufenthaltes im lunearen „Meer der Ruhe“ getan haben, hätte auch eine Maschine zu tun vermocht, ein ferngelenkter Roboter, wie ihn vielleicht die Sowjets auf den Mond schießen werden. Nun sollen die beiden Astronauten Charles Conrad und Alan Bean in zwei Arbeitsperioden von je dreieinhalb Stunden demonstrieren, daß für wissenschaftlich bedeutsame Exkursionen auf dem Erdtrabanten der Mensch unentbehrlich ist. Denn auf dem Programm des Unternehmens Apollo 12, das jetzt beginnen soll, stehen Aufgaben, die beim gegenwärtigen Stand der Technik nur von Menschen gelöst werden können.

Die Landung auf dem Mond findet, wenn, alles nach Plan verläuft, am 19. November statt. Die Landefähre soll im „Meer der Stürme“ aufsetzen, an einer Stelle, die nicht weiter als 340 Meter von Surveyor 3 entfernt ist, der Mondsonde, die im April 1967 dort weich gelandet war und Bilder zur Erde gefunkt hatte. Ein so präzises Landemanöver können, wenn überhaupt, vorerst nur Menschen ausführen.

Roboter könnten auch nicht die geologischen – genauer: selenologischen – Arbeiten ausführen, die sich Conrad und Bean vorgenommen haben. Die Astronauten wollen das Gebiet um ihren Landeplatz bis zu einer Entfernung von einem Kilometer nach interessanten Formationen absuchen, sie photo- und kartographieren. Außerdem wollen sie einige Teile von der Surveyor-Sonde abmontieren und Photos anfertigen, die im Vergleich zu den Bildern, die Surveyor vor zweieinhalb, Jahren zur Erde geschickt hat, erkennen lassen, ob sich das Gerät noch immer am selben Ort befindet. Die anderen Aufgaben – Mondgestein sammeln, Instrumente aufstellen – können im Prinzip auch Apparate erfüllen.

Nicht ohne Grund ist die NASA gerade jetzt eifrig darum bemüht zu demonstrieren, wie wichtig die Rolle der Astronauten für das wissenschaftliche Raumflugprogramm ist. Die Behörde ist herber Kritik vor allem von seiten der Mondforscher ausgesetzt, weil NASA die technischen Aspekte der lunearen Exkursion zu sehr in den Vordergrund gestellt und darum der Wissenschaft einen zu kleinen Raum im Apollo-Programm zugewiesen habe. Th. v. R.