Sollten Sie sehen:

„Blutige Spur“, von Abraham Polonsky. Nach 22 Jahren der zweite Film eines alten Hollywood-Linken, den die Hexenjäger 1949 auf die Schwarze Liste setzten. Die Geschichte eines Gejagten ist auch sein Film: Die Geschichte eines Mannes, der in seinem Volk und Land nicht mehr zu Hause ist, der seine persönliche Integrität zu behaupten sucht und dafür mit dem Leben zahlt. Kalifornien 1909. Präsident Taft bereist den Staat, als ein Indianer Aufsehen erregt, der vor einer Gruppe von Weißen, auf der Flucht ist. In den weißen Verfolgern lebt noch die alte Angst vor den Rothäuten, denen sie das Land genommen haben, leben Vorurteil, Rassendünkel und eine Aggressivität, die in der Zivilisation kein Betätigungsfeld mehr hat. Ein Nach-Western dem Inhalt und der Form nach: Landschaft, Licht, Bewegungen rufen die Erinnerung an die Filme der vierziger Jahre des 20. über die fünfziger Jahre des 19. Jahrhunderts herauf – weniger durch das, was sie zeigen, als durch das, was darin abhanden gekommen ist: Gelassenheit, Offenheit, Selbstachtung.

„Mouchette“ (1967), von Robert Bresson. „Goto – Insel der Liebe“, von Walerian Borowczyk. „Adam II“, von Jan Lenica. „Das Doppelleben der Sister George“, von Robert Aldrich.

Im Fernsehen:

„Hexen“ (1921), von Benjamin Christensen. Die Geschichte der Hexenverfolgungen – vom Altertum bis in unsere Tage. Das ist weit mehr als ein filmhistorisches Kuriosum aus der langvergessenen Blütezeit des dänischen Films: einer der schönsten Stummfilme überhaupt und einer von denen, die am wenigsten gealtert sind. Kein Handlungs-, sondern ein Essayfilm, der sich – ganz modern – der Kombination der verschiedensten Gestaltungsmittel bedient. Aus einem strengen Dokumentarbericht an Hand überlieferter Darstellungen aus der bildenden Kunst geht der Film über zu fingierten Rekonstruktionen. Ein Bericht, aus dem in einzelnen Schockbildern das Grauen des Vorurteils und der Verfolgung aufbricht. Realität als Fiktion – Fiktion als Realität. ARD am 17. November.

„Berlin – die Sinfonie der Großstadt“ (1927), von Walter Ruttmann, ZDF am 14. November. „Chronik der Anna Magdalena Bach“, von Jean-Marie Straub, NDR III am 16. November. „Ich kämpfe um dich“ (1945), von Alfred Hitchcock, ZDF am 17. November.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben: