DIE ZEIT

Europa – nur ein Butterberg?

Überall in den westeuropäischen Hauptstädten ist den Staatsmännern ein Stein von der Seele gefallen, weil das Mißgeschick des erkrankten italienischen Außenministers ihnen einen Aufschub der Haager EWG-Gipfelkonferenz bis Anfang Dezember aufgedrängt hat.

Gerichtstag in Mainz

Wer in der Union etwas auf sich hält, spricht von Reform. Sogar der ehemalige Bundeskanzler Kiesinger, der zunächst das Reformgerede kurz abgetan hatte, meint jetzt, es sei besser, der Entwicklung einen Schritt voraus zu sein.

Nichts als Finken?

Die SED kann sich nicht entscheiden, wie sie auf die Ostpolitik der neuen Regierung Brandt/Scheel antworten soll. Fast vierzehn Tage brauchte sie, um wenigstens eine offiziöse Stellungnahme zu formulieren, und auch diese klingt nicht so, als sei sie schon das letzte Wort.

Kosmopolit, Taktiker und Glückspilz

Kurz nach der Wiederwahl John Lindsays zum Bürgermeister von New York kursierten in der Stadt Gerüchte, er werde in absehbarer Zeit zur Demokratischen Partei übertreten.

ZEITSPIEGEL

Prinz Philip, Ehemann der englischen Königin, beklagte sich im amerikanischen Fernsehen über die finanziellen Sorgen der königlichen Familie.

Bei Bier und Blasmusik

Die Farbe verhieß Opposition. Von der Bühne leuchteten rote Begonien, Züchtung Schwabenland, aus zwanzig Töpfen. Und Egon Alfred Klepsch, mit vierzig Jahren als Bundesvorsitzender und saturierte Symbolfigur der Jungen Union abgelöst, flunkerte schon am Vorabend des "Deutschlandtages" in Hamm: "Ich werde die rotgekleideten Hostessen mit Ho-Chi-Minh-Rufen auf die Bühne jagen.

Wohin marschiert die CDU?

Nach zwanzig Jahren Machtgewöhnung: In der Opposition will sich die Union reformieren – Interview vor dem Parteitag

Warten auf "Godesberg"

Mit 46,1 Prozent der Stimmen und 48,3 Prozent der Sitze ist die CDU/CSU wieder die stärkste Fraktion des Bundestages geworden.

Dreimal am Drücker

Bei der fast gleichen Stärke von Regierungslager und Opposition wird es im Plenum des neuen Bundestages immer wieder zu Kampfabstimmungen kommen.

Wolfgang Ebert:: Geheim – Geheim

Wenn man in einer großen Tageszeitung eine Schlagzeile liest wie "Nixons Geheimplan für Vietnam zwiespältig aufgenommen", dann spürt man: Da ist ein so schönes Wort wie "geheim" dabei, seinen ganzen geheimnisvollen Zauber zu verlieren.

Pompidou schlägt einen neuen Europakurs ein: Abkehr von de Gaulle?

In den letzten Wochen mehrten sich in Paris die Anzeichen für eine Auflockerung des Denkens in europäischen Fragen. Es mag sein, daß Staatspräsident Pompidou diesen Prozeß schon ins Auge faßte, als er unmittelbar nach seiner Wahl eine europäische Gipfelkonferenz im Haag vorschlug, die nun am 1.

Experiment Mensch

Der Erfolg des Unternehmens Apollo 11 im Juli dieses Jahres hat bewiesen: Menschen können auf den Mond gebracht werden, sich dort bewegen und Arbeiten verrichten.

Zwist auf der Linken

Die jungen Rebellen trafen sich an geschichtsträchtigem Ort: am Neumarkt in der Zürcher Altstadt, wo Lenin sich einst mit seinen Genossen zu treffen pflegte.

"Ist das hier eine Diktatur?"

Vom Verfassungsplatz in Athen, von den eleganten Hotels, den Straßencafes und dem Grab des unbekannten Soldaten am Schloß, in dem Ministerpräsident Papadopoulos amtiert, sind es nur ein paar hundert Schritte zu einem Bürogebäude in der Filellinonstraße 15.

Berlin als Testfall

Allmählich gerät das Gespräch über die Europäische Sicherheitskonferenz in Gang. Noch verbergen sich unter diesem Etikett höchst verschiedene Vorstellungen, und im Westen wie im Osten gehen die Ansichten über Sinn und Zweck einer solchen Konferenz auseinander.

Rüsten statt Patt

Die Pugwash-Konferenz in Sotschi galt in diesem Jahr dem Thema "Weltsicherheit, Abrüstung und Entwicklungsländer". Sie stand nicht im Schatten dramatischer Vorgänge auf der Weltbühne.

Hilfe gegen Hunger

Im Abschluß-Statement stand der Satz: "Die wachsende Kluft zwischen den mehr und den weniger entwickelten Ländern ist mindestens ebenso eine Gefahr für den Frieden wie der Rüstungswettlauf.

Tod eines Forschers

Die Nachricht vom unerwarteten Tode des Marburger Soziologieprofessors Werner Hofmann hinterläßt Betroffenheit – sowohl bei seinen Anhängern wie bei den Gesinnungsgegnern dieses ebenso streitbaren wie umstrittenen Gelehrten.

Abschaffung eines Chefs

Nichts gegen Günter Diehl, Karl-Günther von Hase, Felix von Eckart und alle, die der Bundesregierung als Sprecher gedient haben – aber gegen ihre Bezeichnung als "Bundespressechef" haben sie samt und sonders nichts unternommen.

Gefangen in Gaeta

In der mittelalterlichen Festung Gaeta hoch über dem Tyrrhenischen Meer leben seit sechzehn Jahren zwei Gefangene aus der Zeit des letzten Krieges.

Kein Bonner Barometer

Für den Bonner Hausgebrauch hat das Ergebnis der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen nur begrenzten Wert. Der Erschütterung der sozial-liberalen Koalition durch ein Debakel der Freien Demokraten an Rhein und Ruhr ist ausgeblieben.

Im Spiegel der Polen

Die "Deutsche Welle", die über kurze Wellen täglich 89 Programme in dreißig Sprachen um die Welt strahlt, hat zum 40. Geburtstag des deutschen Kurzwellenrundfunks einen Wettbewerb mit weltweitem Aktionsradius veranstaltet.

Südtiroler vor dem Schwur

In den Südtiroler Tälern ist in diesen für ganz Italien so stürmischen Herbsttagen eine leidenschaftliche Auseinandersetzung im Gange.

Kiesingers Wahl sicher

Reform oder nicht Reform – das ist die Frage, die auf dem Bundesparteitag der CDU am 17. und 18. November in Mainz eine wichtige Rolle spielen dürfte.

Kriegerische Töne aus Kairo

Die Situation im Nahen Osten war in den letzten Tagen gekennzeichnet durch sehr entgegengesetzte Entwicklungen, Während sich bei den amerikanischsowjetischen Verhandlungen Fortschritte für eine Nahostregelung andeuteten, kamen aus Kairo kriegerische Töne.

SED präzisiert Forderungen

Wenige Tage, nachdem flexiblere Reaktionen Ostberlins auf das neue Kabinett in Bonn und die Regierungserklärung Bundeskanzler Brandts einige Erwartungen geweckt hatten, hat die DDR-Regierung wieder altbekannte Maximalforderungen für die künftige Gestaltung der innerdeutschen Beziehungen erhoben, Zweimal innerhalb kurzer Zeit stellte die SED-Führung im Zentralorgan "Neues Deutschland" ihre Bedingungen für eine Normalisierung des Verhältnisses zwischen den beiden Deutschland: völkerrechtliche Anerkennung der DDR durch Bonn und Ablehnung von "Beziehungen besonderer Art".

Dokumente der ZEIT

"Natürlich reichen einige Wochen noch nicht aus, um sich über die neue Regierung ein endgültiges Urteil zu bilden. Wir verstehen, daß eine gerade ins Amt eingeführte Regierung gewisse Zeit braucht, um sich zurechtzufinden.

Kleine Schritte zum Gipfel

Auch die Verschiebung der Haager Gipfelkonferenz der Europäischen Gemeinschaften um zwei Wochen auf den 1. und 2. Dezember hat die Erwartungen auf ihren Ausgang nicht optimistischer werden lassen.

Weltraum: Azur planmäßig

"Azur", der erste deutsche Forschungssatellit, zieht planmäßig seine Bahn, deren erdfernster und erdnächster Punkt 3200 beziehungsweise 381 Kilometer im Weltraum liegen.

Sperrvertrag: Mit Vorbehalten

Die Bundesregierung will den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnen, allerdings gleichzeitig in einer Erklärung eine Reihe von Vorbehalten und Interpretationen feststellen.

Italien: Die Regierung soll schlichten

Angesichts der unvermindert andauernden Streiks in vielen Bereichen des italienischen Wirtschaftslebens wird der Ruf nach einem Eingreifen der Regierung immer lauter.

NRW-Wahlen: Alle zufrieden

Mit dem Ergebnis der Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen vom vergangenen Wochenende sind offenbar alle großen Parteien zufrieden.

Härtere Kämpfe in Vietnam

Am Vorabend der bisher größten Antikriegsdemonstration in den USA hat die Kampftätigkeit in Südvietnam wieder zugenommen. Nach Angaben des US-Oberkommandos in Saigon kam es in den letzten Tagen in verschiedenen Teilen des Landes und in der südvietnamesischen Hauptstadt zu den schwersten Gefechten seit mehreren Wochen.

Statt Morgengruß "Heil Hitler!"

Im Schöneberger Paul-Natorp-Gymnasium schwammen zwei Oberprimaner gegen den Strom. Sie agitierten nicht für "rote Zellen", sondern griffen auf die Blut-und-Boden-Ideologie zurück.

Noch ist er ein kleiner Fisch

Funktionäre vom Typ des Bremer Boljahn gibt es viele: Männer, die geschickt Geschäft mit Politik zu verquicken verstehen. Es gibt sie nicht nur bei den Sozialdemokraten, in Variationen sind sie auch bei der CDU zu finden.

Kühn blieb Sieger

Unter den Trauerweiden im herbstlichen Rheinpark habe die CDU Platz genommen, wollte ein sarkastischer Unionsfreund wissen, der Stimmung und Ausblick im christlich demokratischen Lager zu Düsseldorf charakterisierte.

"...daß feine Leute über so was reden"

Wem nützt und wem schadet es, wenn fünfjährige Jungen Spaß daran finden, gleichaltrigen Mädchen die Höschen herunterzuziehen, um körperliche Unterschiede festzustellen? Dieser Vorgang löst eine gründliche Diskussion aus anläßlich eines Elternabends im Kindergarten.

Adolf Hitlers willige Armee

Der Sündenfall der Generäle – Die offiziöse bundesdeutsche Militärliteratur bringt es an den Tag: Das Offizierskorps

Mitwisser beim Mordkomplott

Klaus-Jürgen Müller: "Das Heer und Hitler. Armee und nationalsozialistisches Regime 1933–1940"; in: "Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte", hrsg.

Rote Starthilfe für die Luftwaffe

Seit Beginn der sechziger Jahre hat das Freiburger zentrale Militärgeschichtliche Forschungsamt viele Beiträge zur deutschen Wehrgeschichte in Form von Einzelstudien, Schriften, Handbüchern und Mitteilungen veröffentlicht.

Elitearmee oder Wehrpflicht?

Als die Reichswehr der ersten deutschen Republik so alt geworden war, wie heutzutage die Bundeswehr – dreizehn Jahre –, wurde ausihr die Wehrmacht.

Nur für Eingeweihte

Wir haben einen Bundespräsidenten, der sich für die bisher in der Bundesrepublik vernachlässigte Friedensforschung einsetzt, einen Bundeskanzler, der dieses Thema in seine Regierungserklärung aufnimmt, und wir werden ein Max-Planck-Institut für Friedensforschung erhalten.

Persönliches Regiment

Als im Jahre 1948 Erich Eyck ein Buch über das "persönliche Regiment" Kaiser Wilhelms II. veröffentlichte, stieß er auf viel Kritik und Ablehnung.

Was ist ein Emigrant?

geht verloren in einem verwirrenden Rhythmus von Momentaufnahmen und wird als ein anderer in den Wortschatz wiederaufgenommen.

Fernsehen: Beschreibung einer Geburt

Seit Jahr und Tag wurde in dieser Kolumne betont, wie wichtig es sei, mit Hilfe von Fernsehdokumentationen hinter menschlichen Aktionen menschliche Gedanken sichtbar zu machen und am Beispiel von Sprache und Gestik den Denkprozeß des Politikers A.

Das Opernhaus als Museum

Neben das Portal unserer Opernhäuser gehöre ein großes schönes Messingschild mit der Aufschrift "Museum"; denn was hinter den Türen gezeigt werde, sei eine Ausstellung historischer Kulturdenkmäler.

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