Handbuch für den Haus- und Grundbesitzer; herausgegeben von Max A. Hofbauer; Verlag Moderne Industrie, München. 1434 Seiten, zahlreiche Abbildungen und Tabellen; Preis: 136 Mark.

Das Buch wiegt vier Pfund. Es ist aber nicht nur vom Umfang, sondern auch vom Inhalt her ein „großes“ Buch: Ein Autorenteam von 26 Fachleuten – darunter ein Bundesrichter, Ministerialbeamte, Universitätsprofessoren, Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Bankvorstände – äußert sich dezidiert zu Haus- und Grundstücks-Problemen aller Art einschließlich Steuer- und Versicherungsfragen. Dabei werden – anders als der Aufmarsch wissenschaftlich geschulter Köpfe es erwarten läßt – durchaus nicht nur Definitionen gegeben und Gedanken geäußert. Es gibt vielmehr – unterstützt durch einen Anhang, der Formular-Muster und Buchführungs-Beispiele enthält – viele konkrete Hinweise über Kauf, Verkauf, Beleihung, Bewirtschaftung, über Nießbrauchrechte, Erbbaufragen und vieles, vieles mehr.

Das Buch läßt an Umfänglichkeit, Gründlichkeit und Gehalt nichts zu wünschen übrig. Sollte einmal – was ihm zu gönnen ist – eine Neuauflage vorbereitet werden, so böte sich Gelegenheit, kleinere Mängel zu beseitigen: Das Buch ist nicht leicht zu handhaben. Wer von vorn Aufschluß über den Inhalt begehrt, gerät an ein Inhaltsverzeichnis, das nichts weiter als die Pauschal-Überschriften der zwanzig umfänglichen Kapitel – ungegliedert – enthält. Es fehlt ein deutlicher Hinweis darauf, daß zu Beginn jedes Kapitels ein zweites Inhaltsverzeichnis näheren Aufschluß gibt. Unverständlich bleibt es, weshalb nicht gleich vorn das aufgeschlüsselte Verzeichnis steht.

Wer das Buch vom Anhang her erschließen möchte, fährt auch nicht immer sehr bequem. So findet er – um nur ein Beispiel zu nennen – im Stichwortverzeichnis den Begriff „Nebenkosten“ nicht erwähnt. Was er sucht, steht unter „Kaufpreisnebenkosten“ – wohl deshalb, weil so die Überschrift, des Unterkapitels lautet.

Bei einer Neuauflage wäre es auch angebracht, einige stilistische Korrekturen vorzunehmen. Wer zum Beispiel wissen möchte, wie er sich Einsicht ins Grundbuch verschaffen kann, stößt auf den aufschlußreichen Satz: „Ein berechtigtes Interesse ist anzunehmen, wenn der Antragsteller ein verständiges, durch die Sachlage gerechtfertigtes Interesse verfolgt.“

Das „Handbuch für den Haus- und Grundbesitzer“ ist weniger dem kleinen Eigenheimer als vielmehr dem großen Vermieter und Bauherrn, vor allem aber Maklern und Steuerberatern als ständige Schreibtischzierde zu empfehlen. Wer seinen Inhalt vollständig im Kopf hätte wäre ein Genie. Wer sich seines Inhalts regelmäßig bedient, ist zweifellos um Seriosität und Informiertheit bemüht. Der Verlag sollte diese Bemühungen durch Verbesserung der „Praktikabilität“ noch mehr unterstützen. izh