Die Bundesregierung will den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnen, allerdings gleichzeitig in einer Erklärung eine Reihe von Vorbehalten und Interpretationen feststellen. Dies geht aus der Antwort der Regierung auf die Große Anfrage der CDU/CSU-Bundestagsfraktion hervor. Als einen Vorbehalt kündigt die Regierung an, daß sie in Übereinstimmung mit den anderen nichtnuklearen Euratom-Ländern den Vertrag erst ratifizieren werde, wenn durch ein Verifikationsabkommen zwischen Euratom und der Internationalen Atomenergiebehörde in Wien die Fortdauer der autonomen Selbstkontrolle der zivilen Nuklearanlagen gesichert ist. Ferner will die Regierung erklären, daß sie die Sicherheit der Bundesrepublik nur durch die NATO oder ein entsprechendes Sicherheitssystem gewährleistet sieht und daß sie die in der Vertragspräambel enthaltene Verpflichtung zum Verzicht auf Androhung oder Anwendung von Gewalt als unabdingbare Voraussetzung des Vertrages selbst ansieht. Anderenfalls wird der Rücktritt vom Vertrag erwogen. Den Interventionsvorbehalt Moskaus nach Artikel 53 und 107 der UN-Charta ist nach der Bewertung Bonns durch den NATO-Vertrag abgedeckt. Weiter will die Regierung feststellen, daß die Atomwaffenmächte den Vertrag als Selbstverpflichtung zu umfassenderen Abrüstungslösungen akzeptieren müßten.