Kürzlich abgeschlossene Studien stellen eine Verbindung zwischen dem Rauchen und dem Lungenemphysem her. Im Verlauf dieser Krankheit blähen sich die Lungenbläschen, und es kommt zu Kurzatmigkeit und übermäßiger Herzbelastung.

Dr. Charles Mittman vom National Medical Center in Los Angeles vermutet, daß Menschen, denen ein bestimmtes Protein (Alpha-L-Antitrypsin) im Blute fehlt, besonders anfällig für ein Emphysem und andere Lungenleiden sind, jeder zwanzigste, so lauten erste Schätzungen, muß mit dem Proteinmangel leben. In der Regel haben allerdings nur solche Menschen ein Emphysem, denen die Anlagen dazu von beiden Eltern vererbt wurden.

Jetzt nähren neue Untersuchungen den Verdacht, daß auch Menschen, die diese Neigung von nur einem Elternteil erbten, als gefährdet gelten – wenn sie rauchen. Von mehr als einhundert solcher Personen zeigten alle fünfundzwanzig, die dreißig Jahre lang mindestens eine Packung Zigaretten pro Tag konsumiert hatten, deutliche Anzeichen des Leidens. Aber auch weniger starke Raucher gelten als anfällig. Aus einer Testgruppe von vierzig Personen wiesen fünf von acht Rauchern die befürchteten Symptome auf; aus einer gleich starken Kontrollgruppe, die von ihren Eltern keine Emphysemneigung geerbt hatte, neigte nur einer von dreizehn Rauchern zu den Krankheit.

Sollten sich diese Befunde in weiteren Untersuchungen bestätigen, will man in Los Angeles ein Verfahren entwickeln, mit dem sich jene fünf Prozent der US-Bürger, welche den Proteinmangel von einem Elternteil geerbt haben, herausfinden und vor den Gefahren des blauen Dunstes noch rechtzeitig warnen lassen. N. M. C.