Die Weinbrandbrennerei Scharlachberg bestätigte den deutschen Konsumenten guten Geschmack: Am Weinbrandmarkt der Bundesrepublik geht der Verbrauchertrend eindeutig zur guten Qualität. Und das äußert sich dadurch, daß immer mehr teure Destillate gekauft werden.

Vom deutschen Trend zu guter Qualität und teuren Getränken profitierten in den letzten beiden Jahren französische Brenner kräftig mit. Die Deutschen avancierten zu den größten Abnehmern französischen Cognacs. Schon 1968 tranken sie 7,3 Millionen Flaschen und konsumierten damit rund elf Prozent der gesamten Cognac-Produktion. Amerikaner und Engländer brachten es jeweils nur auf gut zehn Prozent.

In diesem Jahr rechnen die Franzosen gar mit einem Absatz von über zehn Millionen Flaschen, was einem Cognac-Marktanteil von drei bis vier Prozent am deutschen Spirituosenmarkt entsprechen würde. Vor vier Jahren fiel der Cognac-Anteil noch gar nicht ins Gewicht.

Für die französischen Brenner ist der deutsche Markt inzwischen so vielversprechend geworden, daß jetzt auch eines der ganz renommierten "Lebenswässerchen" in Deutschland angeboten wird: Die Brennerei Delamain brachte ihren "Delamain Pale & Dry, Grande Champagne" auf den Markt.

Die Hersteller rühmen ihren "Grande Champagne": "Alle Pariser Vier-Sterne-Restaurants servieren ihren auserlesenen Kunden diesen Cognac." Auch in Deutschland wird der Delamain nur bei einem auserlesenen Kreis Gefallen finden – die Flasche kostet 35 Mark.

Während Delamain für sein feines Wässerchen zunächst keine Werbung machen will, wird das Bureau National du Cognac die Gemeinschaftswerbung der Franzosen (Slogan: "Es lebe der echte Cognac aus Cognac") auch im nächsten Jahr fortsetzen. Die Kampagne wurde vor rund zwei Jahren gestartet und stand am Beginn des Cognac-Erfolges in Deutschland.

Bisher wurden für die Gemeinschaftswerbung, die in erster Linie darauf abzielt, junge Leute für Cognac zu begeistern, etwa zehn Millionen Mark ausgegeben. Doch auch für die einzelnen Marken wird immer mehr geworben. Für die Marken Hennessy, Martell, Bisquit, Courvoisier und Remy Martin wurden die Werbeausgaben verdoppelt, wenn nicht sogar verdreifacht.

Zum Absatzerfolg in Deutschland gesellte sich in diesem Jahr ein Ernteerfolg in der Region Cognac. Es wurde, so teilte das Bureau du Cognac mit, eine Weinernte eingebracht, die mengenmäßig und qualitativ zu den drei bis vier besten seit der Jahrhundertwende zählt. di