Daß Le Monde zu den sechs besten Zeitungen der Welt gehört, steht außer Frage. Man kann nur darüber streiten, ob das Blatt zu den ersten oder zu den letzten drei dieser Gruppe gehört. Le Monde hat diese hohe Qualität unter der Führung seines Direktors Hubert Beuve-Mery erreicht, der die Zeitung erst einmal vom finanziellen Einfluß der Industrie hat freikämpfen müssen. Seither hat Le Monde sich durch betonte Unabhängigkeit ausgezeichnet. Im Kalten Krieg war dies eines der wenigen Blätter der westlichen Welt, das objektiv blieb und das sich später ein eigenes Urteil gegenüber dem Elysee bewahrte, auch als der große alte Mann, der dort regierte, noch erfolgreich war.

Nach 25 Jahren zieht sich Beuve-Mery jetzt zurück. Er hinterläßt nicht nur eine glänzende, unabhängige Zeitung, sondern auch ein Modell der Besitz- und Führungsstruktur, um das viele europäische Presseunternehmen Frankreich beneiden.

Dff.