Rainer Kollmar, Diplomingenieur und Vorstand der Pforzheimer Kollmar & Jourdan AG, will das Damenbein schmücken: "Sollten die Röcke noch länger sehr kurz bleiben, werden wir Schenkelschmuck anbieten."

"Seinem Phantasieschmuck würden wir dann Stücke aus Gold und Edelsteinen folgen lassen", ergänzt Walter Huber, Alleininhaber der Firma Schuler & Kun, die unter vielen anderen Kunden auch den berühmten New Yorker Juwelier Tiffany beliefert.

Der Gold- und Juwelenverarbeiter, zugleich Vizepräsident der Pforzheimer Industrie- und Handelskammer, ist als sein eigener Chefdesigner bemüht, in seinem Unternehmen eine Synthese zwischen konservativer und modischer Form zu finden. "Heute wird auch von klassischem Schmuck eine formalere, modebewußtere Gestaltung verlangt", sagt er.

Sein Kollege Fritz Stahl, Fabrikant von Herrenschmuck, Uhrenarmbändern und hochmodernen Schmuckstücken für junge Leute, ergänzt: "Selbst der wertvollste Schmuck ist heute etwas kurzlebiger als in früheren Zeiten."

Dr. Elmar Bopp, Vorstandsvorsitzender der Rodi & Wienerberger AG – mit einem Jahresumsatz von 43 Millionen Mark einer der größten Hersteller auch solchen Schmucks, der "Massenpreislagen" angehört –, fällt seinem Gesprächspartner beinahe ins Wort: "Wegwerfschmuck wird es niemals geben. Wir können nur darauf hinwirken, modisch betonten Schmuck seltener zu tragen und möglichst viele Stücke daheim zur Auswahl zu haben."

Und der Inhaber des Ringeherstellers Rupp & Co., Dr. Hans Jäger, ironisiert den zur Zeit in der Bundesrepublik grassierenden Brillantenboom: "Ich sah neulich – wahrscheinlich als Lockvogelangebot – in einem Laden einen Solitär, also einen Goldring mit einem einzelnen Brillanten, für achtzehn Mark. Darin gab es aber nur einen Hauch von Brillant, und auch der war nur bei günstiger Lichteinwirkung zu sehen."

Ringe mit "sichtbaren" Brillanten seien beim Juwelier in der sogenannten Anfangspreislage von etwa 200 Mark zu haben, meint er. Kollegen ergänzen: Die "Anfangspreislage" der "mittelständischen" Käufer sei gerade jetzt, kurz vor Weihnachten, Schmuck zu einem Mindestpreis von 500 Mark. Einer fügt hinzu: "Ein Einkaräter, ein Top-Stein, kostet ja uns als Schmuckproduzenten schon beim Steinhändler rund 6000 Mark."