Von Werner Höfer

Sie haben ein gebrochenes Verhältnis zu Frauen..."

Das muß man sich sagen lassen von einer Frau, die etwas zu sagen hat – von Dr. Katharina Focke, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundeskanzleramt und SPD-Rekordüberfliegerin. Zwei andere Polit-Ladys, Dr. Hildegard Hamm-Brücher, Staatssekretär (beamtet) im Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft und FDP-Schrittmacherin, sowie Dr. Helga Wex, einziges weibliches Wesen im neuen CDU-Präsidium und erfolgreiche Ruhr-Kämpferin auf der kommunalen Wahlebene, geben der Gastgeberin flankierende Unterstützung.

Die Frage soll heißen, wie in Bonn die neue Damenriege mit der neuen Spitzenmannschaft zurechtkommt. Die befragten Damen – das Proporz-Triptychon hätte korrektermaßen durch Gesundheitsminister Käte Strobel und "Entwicklungshelferin" Brigitte Freyh zum Pentagon abgerundet werden müssen – empfehlen dem Fragesteller listig und logisch, sich mit seiner Neugier an die Männer des Top-Establishments zu wenden, da dort, wenn überhaupt, eher Anpassungsschwierigkeiten und Umgewöhnungsprobleme zu vermuten seien.

Die Frage, die der Gast nicht stellen darf, wird ihm somit wortlos beantwortet: Nicht Frauen in der Politik tun sich schwer mit den Männern; Männer haben es schwer mit den Frauen in der Politik, sofern die Männer nicht vergessen, daß sie Männer sind, und die Frauen nicht darauf verzichten, Frauen zu sein.

So versucht der einzige Mann weit und breit denn sein Glück mit der Bestimmung von Übereinstimmendem in Herkunft, Erscheinung und Auftrag seiner drei Partnerinnen: Zwar gleicht keine der anderen, doch ähneln sie sich in der Sicherheit und Unbefangenheit, mit der sie auftreten, sich ausdrücken und miteinander umgehen. Soweit das Vorstellungsvermögen eines männlichen Beobachters ausreicht, könnten sie sogar Kleider, Frisuren und Titel austauschen (zweimal Dr. phil. gegen einmal Dr. ehem.). Der politische Abstand mag zwischen der Oppositionsdame Helga Wex und den beiden Koalitionsvertreterinnen noch erkennbar sein. Gemeinsam ist ihnen allen aber der gelungene Sprung von Außenseiterpositionen in Spitzenstellungen:

"Sie haben es schwer gehabt mit Ihrer Partei?"