Übersetzungsprinzip Nummer eins: Man soll jede Zeile in der Originalmelodie auf deutsch mitsingen können. Abgesehen davon, daß man dennoch immer sehr schnell ins Haspeln und Stocken gerät, wenn man es versucht, führt dieser Tick fortgesetzt zu Lächerlichkeiten und Abstrusitäten. "Shine, the weather’s fine" wird, damit Rhythmus und Singbarkeit erhalten bleiben, zu "Sonne. Zählt jeden Strahl". "Will you still need me, will you still feed nie, / when I’m sixty four" wird übersetzt: "Wirst du verehren, / wirst du noch nähren / mich mit sechzigvier Aus "Yesterday" wird, je nach Bedarf, "gesternzeit" oder "gesterntagen", aus "doesn’t have a point of view" wird "Punkte gibt’s nicht, wo er steht", und "mind" wird, in den abenteuerlichsten Kombinationen, immer nur mit "Seele" übersetzt. "Trauernebel hüllt den Seelenball" – solche Zeilen, deren es viele gibt, versteht man erst, wenn man das englische Original nachschlägt.

Um Rhythmus und Melodie zu erhalten, werden auch alle Ahs und Ohs, alle nur gesungenen Laute und musikalischen Schnörkel in die Übersetzung aufgenommen. "Korporal Pfeffer" macht also "Blasmu-, Blasmu-, Blasmusik und das Walroß sagt "Gruu Gruu Gruu Grunnz!", der Sänger von "Misery" steckt am Ende "Uh-uh in Traurigkeit", und der von "Love Me Do" muß flehen "Bitte hab mich lieb, huh huh hab mich lieb". Und "Hey Jude" heißt, wer hätte das gedacht, "Mei-eyn Froooiind".

Kein Zweifel, hier ist ein Talent grotesker Poesie am Werke. Die Zeile "But now I’ve got it the word is good" aus "The Word" heißt in der Übersetzung "Reim dich jetzt, oder ich freß dich", und nach eben dieser Regel wird verfahren. Die Schule wird zur "Schül’", damit sie sich auf "kühl" reimt, Natur wird "Naturale", damit sie zu "alle" paßt; zu "Yellow Submarine" bietet der Übersetzer gleich vier Varianten an: "Tauchseeboot", "Tauchmaschin", "Tauchbooteh" und "Boot, wo taucht" – reimen tun sich alle vier.

Fazit: Man erfreue sich am Songbook und greife auf den Anhang nur als zusätzliche Raritätensammlung zurück. Und halte sich im übrigen an die bei den Beatles oft wiederkehrende Formulierung: "I’d love to turn you on." Sie ist dem Buch auch als Motto vorangestellt und heißt etwa: Ich möchte ench aufdrehen, in Schwung bringen, antörnen oder auch: high machen – keineswegs aber, wie es im Songbook steht: "Ich möcht’ euch so gern anknipsen", und noch weniger: "Ich möcht’ euch Zucker auf den Po streuen."