Von Michael Jungblut

Im Vorabdruck veröffentlichte die ZEIT Auszüge aus den Kapiteln des Buches "Kapitalismus – von Manchester bis Wall Street" (seine Geschichte in Texten, Bildern und Dokumenten, Desch-Verlag, 384 Seiten, 64,– Mark) von Diether Stolze und Michael Jungblut, die sich mit der Zukunft unserer Wirtschaftsordnung beschäftigen. Wie kaum anders zu erwarten, haben die dort vertretenen Thesen auf Seiten der engagierten Linken wütende Proteste hervorgerufen. Auf Widerspruch stießen vor allem folgende Thesen:

Es gibt keine, auch nur einigermaßen befriedigende Definition dessen, was Kapitalismus ist.

Für die westlichen Industrieländer ist der "schreckliche Zwang" zum Imperialismus geschwunden.

Der Kapitalismus hat nicht die beste aller denkbaren Welten, aber immerhin das erfolgreichste und trotz aller Einschränkungen auch humanste aller bisher praktisch erprobten Wirtschaftssysteme geschaffen.

Die Zukunft wird einem "linken" Kapitalismus gehören.

Noch ist der Kapitalismus nicht tot – aber hat er auch eine Zukunft? Kann er angesichts seiner Unvollkommenheiten und Schwächen, angesichts der vielen Sünden, die ihm vorzuwerfen die Linke nicht müde wird, überhaupt noch eine Zukunft haben? Wird der Kapitalismus, von der Linken als Ausbeuter- und Vergeudungsgesellschaft bezeichnet, das – gar nicht mehr so ferne – Ende dieses Jahrtausends noch erleben?