Wenige Bücher heute sind entschuldbar.

Ronald D. Laing

Trost aus der Bibel

Gegen die häufige "Darstellung von brutaler Gewalt, Roheit und kaltblütigem Mord" im Fernsehen wendete sich die an den Südfunk gerichtete Resolution eines evangelischen Pfarrers und dreihundertneunzehn seiner Gemeindemitglieder, die darin eine "immer frechere Verachtung der Gebote Gottes" sehen. Der Stuttgarter Fernsehdirektor Horst Jaedicke schrieb dem Pfarrer zurück: "Sehr geehrter Herr Pfarrer... wie immer, wenn man Trost sucht, greift man zur Bibel. So blätterte ich im Alten Testament. Im 2. Buch der Makkabäer entdeckte ich folgenden Text: ‚Da befahl der König in seinem Zorn, Pfannen und Kessel anzuheizen. Als die glühten, befahl er, dem, der so gesprochen hatte, die Zunge auszuschneiden, ihm nach skythischer Art die Haut und den Haarschopf vom Kopf zu ziehen und ihm Hände und Füße abzuhacken, und die übrigen Brüder und die Mutter mußten zusehen. Den verstümmelten Körper ließ er noch lebend zum Feuer bringen und braten, so daß der Qualm aus der Pfanne sich in weitem Umkreis verbreitete.‘ Seitdem sinne ich darüber nach, ob sich die Darstellung nur auf das Optische bezieht, oder ob wir außer gegen Kriminalfilme auch noch gegen das Alte Testament vorgehen müssen."

Subtile Haare

Was lange währt, wird zumindest im Sprichwort gut. Der Meinungskrieg jedenfalls dauert bereits einige Zeit: In Amsterdam gab es außerordentlich heftige Auseinandersetzungen zwischen einer Pro-Partei und einem Anti-Komitee. Streitobjekt: das Musical "Hair". Nachdem nun drei Wortführer des Anti-Komitees die Nase vom leidigen Hin und Her voll haben und resignierten, ist der Weg frei: Am 2. Januar wird – jedem Volk seine eigenen Haare – in Amsterdam wieder eine neue Version Premiere haben, in einem Zirkuszelt, wenige Meter neben dem Olympiastadion. Wirklich eigenständig werden die Holländer aber nicht sein können: Sie spielen in englischer Sprache, nur drei Lieder liegen inzwischen auch auf holländisch vor. Protagonist Oliver Tobias, ein Schweizer Schauspieler: "Wir werden es nach Hippie-Art spielen – fröhlich, friedlich und mit viel Liebe. Und wir werden es sehr subtil machen."

Schweinisches