Bernhard Cornfeld, Präsident und Gründer? von IOS, schätzt Mini-Mädchen und Luxuspaläste und hegt ungewöhnlichen Ehrgeiz: Er will Europas größter Industriefinanzier werden. Die Mini-Mädchen hat er. Der Chef ist ständig von schicken Gehilfinnen umschwärmt. Paläste hat er auch. Erst in der vergangenen Woche rundete er seinen Schloßbesitz ab: Der amerikanischen Regierung war der Unterhalt des Château de Prangins am Genfer See zu teuer – Cornfeld nicht. Er kaufte das Château für 1,7 Millionen Mark. Seinen Ehrgeiz wird der 42jährige Junggeselle dagegen noch lange hegen: Die Gunst der Industrie ist nicht so billig zu haben wie unrentable Schlösser.

Karl Heinz Hagen, 50, Top-Illustriertenmacher mit Spitzengage, der zusammen mit Günter Prinz „Jasmin“ und „Eltern“ aus der Taufe gehoben hat, sieht sich allein nach neuen Aufgaben um. Mitte des Jahres will er vom Verlag Kindler und Schiermeyer (Eltern, Jasmin, Twen) scheiden. Hagen kann sich bei der Suche nach einem neuen Projekt Zeit fassen. Bis Ende April 1971 läuft noch der Vertrag, den der Illustrierten-Manager mit Springer abgeschlossen hat, bevor der Zeitungszar Kindler und Schiermeyer (heute bei Gruner + Jahr) verkaufte.

Fidel Castro, kubanischer Regierungschef, hat den Tag, an dem der Regen kommt, erst für Mitte Juli eingeplant. Bis dahin soll eine Zucker-Rekordernte von 10 Millionen Tonnen eingebracht werden. Beginnt die Regenzeit, wie fast immer bisher, schon Ende April, werden drei Millionen Tonnen Zuckerrohr verderben. Die Londoner Zuckerbörse traut dem bärtigen Diktator allerdings magische Kräfte zu. Die Kurse für Rohrzucker fielen auf Jahrestiefststand.

Horst Wolf, Chefredakteur des Test-Magazins „DM“, hat es offensichtlich versäumt, den Markt seines Verbraucherblattes zu testen. Trotz verstärkten Angebotes leichtgeschürzter Covergirls sackte die Auflage innerhalb eines Jahres um 35 000 auf 120 000 Stück. Im Juni will Wolf reumütig zur „Frankfurter Rundschau“ zurückkehren, wo ihn die „DM“-Verleger Bärmeier und Nikel abgeheuert hatten.