Feuilleton

Das Leben des Hans Held

JLJSchullesebücher zu schreiben. Er liest etliche davon. Er erfindet eine Story, von der er innimmt, daß sie den Geist dieser Bücher verdeutlicht.

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DIE ZEIT

Partei-Rute

Wer aus ihrer Reihe tanzt, ist den Disziplin gewohnten Sozialdemokraten ein Dorn im Auge. Mögen sie nun zu jung sein oder zu links, unfügsame Minderheiten bekommen stets zu spüren, wer Herr im sozialdemokratischen Hause ist.

Nasenstüber

Auf den ersten Blick sieht es so aus, als ob die Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen einen Erdrutsch gebracht hätten: über fünf Prozent Zunahme für die CDU, ein Prozent Einbuße für die SPD und vier Prozent Verlust für die FDP.

Hartgesotten

Die Amerikaner sind im Begriff, eine kritische Schwelle zu überschreiten. Schon Mitte dieses Jahres wollen sie einen Teil ihrer Raketen mit nuklearen Mehrfachsprengköpfen (MIRV) ausrüsten.

Treffpunkt Erfurt

Während diese Zeilen geschrieben werden, legen die Experten in den Kanzleien von Bonn und Ostberlin die letzte Hand an die beiden großen Reden, die die Regierungschefs der Bundesrepublik und der DDR in Erfurt halten werden.

Der Bomben-Protest

Zum zweitenmal innerhalb weniger Monate detonierten Bomben in den New Yorker Büros prominenter amerikanischer Großunternehmen.

Buhmänner der Nation?

Der neue Vertriebenen-Präsident Herbert Czaja hat ein schweres Amt übernommen

Träume von Fortschritt und Harmonie

Die Zeremonie war lustig und präzise inszeniert. Da die Meteorologen Regen vorausgesagt hatten, schien die Sonne über dem noch immer winterlich kalten Bergland von Semri, 15 Kilometer nordöstlich von Osaka.

ZEITSPIEGEL

"Der erste Eindruck, den ich verzeichnen muß, ist der, daß ich zum erstenmal seit zwei Jahren wieder Kopfschmerzen bekommen habe.

"Abgetrotzt"

In der Wochenzeitung der Nationalen Volksarmee der DDR erschien Anfang März ein Artikel mit der Überschrift "Der Gegner kann uns nicht täuschen".

Barzel, Kohl et cetera

Vor Wochen schon hieß es in der Bundestagsfraktion der CDU/CSU, Kurt Georg Kiesinger sei ein "auslaufendes Problem". Ein Abgeordneter meinte sogar, der frühere Kanzler sei zur "Unperson" geworden.

Mangel an Säuberern

Wie immer in schlechten Zeiten, kann man auch jetzt in Prag eine Menge Witte hören. Einer ist in diesen Tagen besonders populär: "Wodurch .

Polen drückt aufs Tempo

Was immer es mit der Eile auf sich hatte, in der der Parlamentarische Staatssekretär Arndt und Sonderbotschafter Emmel am letzten Sonntag plötzlich in Warschau erschienen, sie konnten – kaum anders als ihr Kollege Duckwitz, der vier Tage vorher die polnische Hauptstadt verlassen hatte – nur einige Weichenstellungen vornehmen und Entgleisungen verhindern.

Roms Krisen-Karussell

Wo Kommunisten an der Macht sind, halten sie nichts von freien demokratischen Wahlen, aber wenn sie die Oppositionsbänke drücken müssen, taktieren sie meist ganz anders.

Ein demagogischer Rechenkünstler

Die Labourregierung hat seit Jahren den Zustrom farbiger Einwanderer aus dem Commonwealth drastisch reduziert. Bei ihrem Amtsantritt 1964 mochte sie gehofft haben, durch eine Politik der Integration und leichtes Drossein der Einreisequoten den britischen Rassismus dämpfen zu können.

Fingerhakeln in Wien

Hält der Trend an oder wird das Pendel diesmal in umgekehrter Richtung ausschlagen? – so fragten sich die Österreicher, als die Bewohner der Steiermark am letzten Sonntag, genau zwei Wochen nach dem Sieg der Sozialisten bei der Nationalratswahl, ihren Landtag wählten.

Prinz auf dem Trapez

Prinz Norodom Sihanouk, politischer Tausendsassa und Staatschef des kleinen südostasiatischen Königreiches Kambodscha, hat sich auf das vielleicht gewagteste Spiel seiner politischen Laufbahn eingelassen.

Wo der Terror an der Tagesordnung ist: Zum Beispiel Guatemala

Die Meldungen signalisieren unwirkliche Szenen: Der Außenminister wird gekidnappt, Geheimagenten schießen aus einem Auto drei Wahlkandidaten der Regierungspartei nieder, ein amerikanischer Diplomat wird entführt, als Lösegeld werden Häftlinge freigelassen, ein pensionierter Geheimdienstchef wird erschossen, ein Bankdirektor verschleppt – alles in vierzehn Tagen, alles in einem Land.

Babij Jar 1970

Die Tragödie von Babij Jar hat, vorläufig, drei Akte. Ihr erster Teil trug sich am 28. September 1941 zu. In einer Schlucht am nördlichen Rand der ukrainischen Stadt Kiew trieben die Deutschen an die hunderttausend Juden zusammen und erschossen sie.

Der Mann für den Ersatzdienst

Seine Freunde in der Nordeifel nennen ihn das "Maschinengewehr Gottes". Die Eloquenz wird er brauchen – der neue "Beauftragte für den zivilen Ersatzdienst".

Aufpolierte Biographien

An manchen hat der Zahn der Zeit genagt. Eine ganze Reihe von Abgeordneten – das neue, jüngst erschienene Handbuch des Bundestages zeigt es – sind sichtbar älter geworden.

HANS ALBERT: Reform ohne Revolution

Das war eine butterweiche Entgegnung." So kritisiert heute Hans Albert mit Zorn in der Stimme die Antwort Theodor W. Adornos auf den berühmt gewordenen Vortrag Karl R.

Richard Tüngel

Von den vier Verlegern, denen die Engländer 1946 die Lizenz erteilt hatten, gemeinsam die ZEIT herauszugeben, hatte einer in den ersten neun Jahren die Funktion des Chefredakteurs inne: Richard Tüngel.

Stoßtrupps nach Syrien

Nach Tagen verhältnismäßiger Ruhe, unterbrochen nur von den üblichen Kanonaden und Bombardements an den Waffenstillstandslinien, hat der unerklärte Krieg im Nahen Osten eine neue Stufe militärischer Eskalation erreicht: Zum erstenmal seit dem Juni-Krieg von 1967 drangen israelische Kommandotrupps über die Golan-Höhen tief in syrisches Gebiet ein.

Frieden im "wilden Kurdistan"

Die neuesten Nachrichten aus dem "wilden Kurdistan" (Karl May) klingen fast zu schön, um wahr zu sein: Zwischen der Regierung des Irak und den aufständischen Kurden im Norden des Landes ist (wieder einmal) ein Waffenstillstand abgeschlossen worden, der jedoch einem Frieden nicht unähnlich sieht.

Dokumente der ZEIT

Ihnen ist bekannt, daß Verbandlungen zwischen zwei Regierungschefs – wie international üblich – in den Hauptstädten beider Länder stattfinden.

Finnland: Ruck nach rechts

Die finnische Reichstagswahl hat eine beträchtliche Kräfteverschiebung zugunsten der nichtsozialistischen Parteien erbracht.

Zypern: In die Falle gelockt

Auf Zypern herrscht erhöhte Alarmbereitschaft für Polizei und Soldaten. Auch wurden die anberaumten Gespräche zwischen Vertretern der griechischen und türkischen Volksgruppe abgesagt.

Komplott im Kreml?

Neigt sich die Ära Breschnjew/Kossygin ihrem Ende zu? Gerüchte über eine Opposition in den Kremlmauern schwirrten letzte Woche durch den westlichen Blätterwald.

Gipfel im "Erfurter Hof"

Mit einem volkseigenen Wodka besiegelten Ministerialdirektor Sahm und sein Ostberliner Gesprächspartner Schüßler am vorigen Donnerstag die Einigung über das erste Treffen zwischen den Regierungschefs beider deutscher Staaten.

Schwabings Goldfinger graben weiter

Ich bin ein bißchen durcheinander. Früher hat die Pressekonferenz immer mein Bruder gemacht." Temur Samy entschuldigt sich, wenn er auf gezielte Fragen "nicht genau" Auskunft geben könne.

Wahlkampf im Knast

Ein großer Kampf um die Sitze in der Hamburger Bürgerschaft findet nicht statt. Man ging an die Straßenecken, in Schulklassen, in die Nebenzimmer der Gasthäuser – und in den Knast (siehe Bild).

Gotteszwinkern

Diese theosophische Frage bewegt die katholischen und evangelischen Gemüter seit der ersten öffentlichen ökumenischen Trauung einer evangelischen Stuttgarterin mit einem katholischen Kornwestheimer durch einen evangelischen Pfarrer und einen katholischen Amtsbruder vor einem Kruzifix.

Mit Schick und Schürze

Bitte anschnallen: Die deutsche Stewardeß kommt auf Sie zu mit Schick und Schürze. Auch die Lufthansa fand, daß es Zeit ist, die alten Uniformen über Bord zu werfen.

Anarchistischer Arzt

Der Psychotherapeut Dr. Huber wandte bei seinen Patienten ungewöhnliche Methoden an

Mit der Bitte um Urlaub

Referendar Reiners hat es satt. Er will den Dienst quittieren, weil "die Referendarausbildung in ihrer augenblicklichen Form das Niveau einer Lehrlingsausbildung ohne jede Eigenverantwortlichkeit" besitze und daher als "reine Zeitverschwendung" anzusehen sei.

Die "Weltbühne" war ein Aktivposten der Weimarer Republik: Abbitte tut not

Bei der Betrachtung der Weimarer Periode hat sich lange auch unter deutschen Liberalen und Demokraten die Meinung erhalten, die sogenannten Linksintellektuellen jener Zeit, besonders der "Weltbühne"-Kreis, hätten durch negative Kritik Mitschuld an der geringen Widerstandskraft und dem Untergang der Republik.

Radikale Amerikaner

Der Verfasser, ein junger linksengagierter Historiker an so namhaften Universitäten wie Yale, versucht die geistige Verbindung zwischen amerikanischem Radikalismus unserer Tage und revolutionären Idealen des 18.

Mißglückter Rufmord

Paul Nizan: "Aden" / "Die Wachhunde" – Zwei Pamphlete, Vorwort von Jean-Paul Sartre, Dossier zum "Fall Nizan", hersg. und aus dem Französischen von Traugott König; Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek; 247 S.

Weiße Rose Hamburg

In dem ersten Buch werden die Entstehung, Entwicklung und Verzweigung des Hamburger Triebes der "Weißen Rose" und dessen Verbindung mit dem Münchener Kreis nachgezeichnet.

Sigismund von Radecki

Bleiben wird von mir ein schmales Bändchen meiner ausgesiebten Arbeiten, aber auch das höchstens für Jahrzehnte. Doch stimmt mich diese meine Vergänglichkeit durchaus nicht traurig.

Zum Tode von Earle Stanley Gardner: Tatmotiv Neugier

Er war auch Höhlenforscher. Aber nur auch: Earle Stanley Gardner, der nach langem Leiden am vergangenen Mittwoch im Alter von achtzig Jahren starb, war die letzte einsame Größe aus einer Gruppe von amerikanischen, Krimi-Schriftstellern, die vor knapp vierzig Jahren ihren Job begannen, ihn zum Handwerk entwickelten und zahlreiche Epigonen hatten.

Fernsehen: Pathos und Poesie

Die Höhe des Stils, sagte man von der Antike bis zum Barock, müsse der Größe des Gegenstandes angemessen sein, Erhabenes wolle erhaben, Bescheidenes bescheiden dargestellt werden.

Richtungskämpfe auf der Vollversammlung: Assistenten am Scheideweg

Die Assistenten sind in Gefahr, den Mut und die Geduld zu verlieren. Das zeigte sich deutlich auf ihrer letzten Vollversammlung, als sich die Pragmatiker im Vorstand der Bundesassistentenkonferenz (BÄK) nur mit knapper Mühe gegen die Front der radikalen Kämpfer, angeführt von den hessischen Assistenten, behaupten konnten.

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