Neben den Hippies sind es „Skinheads“ und „Hell’s Angels“, die malerisch die Straßen der englischen Großstädte bevölkern. Die „Skinheads“ stellen die letzte Version organisierter Jugendbewegung dar. Es gibt etwa viertausend von ihnen in den Londoner Vororten und voll eine ähnliche Anzahl im Lande. Sie sind die Abkömmlinge der „Mods“, die vor einigen Jahren mit ihren Motorrollern die englischen Straßen unsicher gemacht hatten.

Anders als die Hippies, lehnen die „Skinheads“ die bestehende Gesellschaftsordnung nicht ab, da sie sie für ihren Alltagsverdienst benötigen. Doch sie nehmen sich das Recht, gegen sie zu verstoßen. Sie sind in kleinen „Gangs“ zusammengeschlossen, die meist den gleichen Schulkreisen entstammen. Sie wohnen geschlossen großen Fußballkämpfen bei, wo sie sehr oft mit der Polizei in Konflikt geraten. Sie verdingen sich auch als „Saalschutz“, falls die geringste Garantie auf körperliche Zusammenstöße gegeben werden kann. Sie tragen schwere Stiefel, die „Cherry Reds“ oder „Doctor Martins“ heißen. Die Jeans der „Skinheads“ sind stets zu groß und oberhalb der Taille durch dünne rote Hosenträger zusammengehalten. Sie tragen dünne Hemden oder dünne ärmellose Pullover und vor allen Dingen kurzgeschorenes Haar.

Auch die Mädchen der „Skinheads“, meist zwischen fünfzehn und achtzehn Jahren, tragen, kurzes Haar. Sie gelten als „individuelles Eigentum“ und haben nichts mit der Aktivität der Gruppe zu schaffen. Alkohol gilt hier als männlich und wird daher getrunken. Rauschmittel dagegen werden verworfen. „Bluebeat“ ist hier die beliebteste Musik, während indische Musik strikt als dekadent abgelehnt wird. Die Mehrheit der „Skinheads“ kommt aus den ärmeren Distrikten der Städte. Sie müssen hart arbeiten, um sich die Vergnügungen des Lebens zu verdienen. Sie zeigen daher auch wenig Ehrgeiz und sind schon mit schlecht bezahlten Stellungen zufrieden. „Agro“ (Angriffslust und Gewalttätigkeit) stehen im Mittelpunkt ihres Daseins. Dazu gehören auch die Zusammenstöße mit den „Greasers“, den besser verdienenden „Hell’s Angels“, die sie „Stinker“ nennen, weil sie auffallend elegant gekleidet auftreten.

Die „Hell’s Angels“ sind eine genaue Imitation der amerikanischen Motorradbanden. Sie lehnen die gegenwärtige Gesellschaft vollkommen ab und sehen es als ihre Aufgabe an, alle diejenigen, die ihr angehören, zu drangsalieren und zu tyrannisieren.

Diese „Engel“ bilden eine enge, feste Gemeinschaft, die glänzend und sehr streng organisiert ist. Jeder Klub hat einen Präsidenten, einen Schatz- und einen Waffenmeister. Um Mitglied werden zu können, muß man eine Ausschreitung begangen haben, die „Klasse“ zeigt. So erschien ein Londoner „Engel“ in einem eleganten Restaurant mit einer lebendigen Taube, der er vor allen Speisenden den Kopf abbiß.

Die „Hell’s Angels“ besitzen schwere Motorräder, schwarze Lederuniformen mit auffallenden Abzeichen und Emblemen. Nazi-Helme, Nazi-Dolche und Nazi-Insignien sind äußerst populär und halten einen Spezialmarkt am lukrativen Leben. Lange Haare werden geduldet, solange sie regelmäßig gewaschen werden.

Mädchen, die nur einem einzigen „Engel“ gehören, heißen dann sinnigerweise „old ladies“. Werden sie als Gruppenbesitz angesehen, so werden sie „Mamas“ genannt. Heiratsgelübde werden auf einem Leitfaden für Motorradfahrer abgelegt. Er wird in zwei Stücke gerissen, falls eine Scheidung gewünscht wird. Schwere Rauschmittel werden nicht toleriert; aber Marihuana wird geraucht. Alkohol spielt eine ebenso wichtige Rolle wie das Erzielen größter Schnelligkeiten.