Wirtschaft

Die japanische Herausforderung: Der geplante Gigant

In fünfzehn Jahren kennen wir die Antwort: ob Japan mit der eigenen Herausforderung fertig wird, ob der japanische Nachkriegsidealismus die Explosion des Reichtums und das Debüt als Supermacht überleben kann.

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DIE ZEIT

À la Conny

Einen solchen Tausendsassa hat Bonn noch nicht gehabt. Conrad Ahlers, der Regierungssprecher, ist wirklich in allen Sätteln ungerecht.

SDS-Nachruf

Ein Hamburger Senator verabschiedete 1946 die Delegierten der Gründungskonferenz des Sozialistischen Deutschen Studentenbundes (SDS) mit den Worten: „Der Kiel des Schiffes ist gelegt, nun müßt Ihr hinausfahren.

Berlin – Prüfstein, nicht Hemmnis

Eine Woche nach dem Erfurter Treffen der beiden deutschen Regierungschefs beginnen in Berlin die Gespräche der vier Mächte. Zum erstenmal seit zehn Jahren sitzen wieder Vertreter der ehemaligen Alliierten im Berliner Kontrollratsgebäude zusammen am Verhandlungstisch.

Das deutsche Nadelöhr

Die mächtige Gefühlswoge des Erfurter gesamtdeutschen Erlebens ist kaum abgeebbt, da steht uns ein Kampf zwischen Regierung und Opposition ins Haus, der die Größenordnung eines theologischen Glaubensstreites anzunehmen droht, obgleich er sich an so spröden Begriffen wie „völkerrechtliche Anerkennung“ und „Selbstbestimmungsrecht“ entzündet hat.

Harlekinade

Das Stück, das die niedersächsischen Parteien aufführen, ist längst kein Drama mehr – es ist zu einer Harlekinade entartet, dem Wähler zum Gespött.

ZEITSPIEGEL

Willy Brandt war bei seinem Besuch der Gedenkstätte Buchenwald nicht auf das Abspielen der Nationalhymnen gefaßt. Augenzeugen berichten, daß auch einige der anwesenden SED-Genossen peinlich berührt waren, als sie plötzlich an dieser Stelle die Klänge des Deutschlandliedes hörten.

Das Gespenst der Anerkennung

Umstritten ist, ob die völkerrechtliche Anerkennung konstitutive (rechtsgestaltende) oder deklaratorische (rechtsfeststellende) Bedeutung hat, mit anderen Worten: ob ein Gebilde Völkerrechtsfähigkeit erst durch die Anerkennung erlangt oder ob die Anerkennung nur die schon vorhandene Völkerrechtsfähigkeit feststellt.

Wolfgang Ebert:: Um 100 Milliarden

Verständlicherweise, weil es um den Geldbeutel geht, haben sich manche Leute von keiner der Forderungen Stophs an uns so betroffen gefühlt wie von jener, der DDR 100 Milliarden Mark zu zahlen.

Reaktion auf Erfurt

Das politische Denken in Osteuropa ist seit fünfundzwanzig Jahren von der Frage überschattet: "Was tun mit den Deutschen?" Darum müßte es für alle erleichternd sein, wenn diese Deutschen nun endlich im Begriff sind, selbst etwas zu tun.

"Agenten des Imperialismus"

Von allen antizionistischen Kundgebungen der letzten Wochen in der Sowjetunion war die Vorführung jüdischer Prominenz im "Haus der Freundschaft" in Moskau wohl die makaberste Veranstaltung.

Wirbel um Nixon-Berater

Amerikas Liberale, die seit dem Amtsantritt Richard Nixons ohnehin nicht viel Anlaß zur Freude hatten, haben einen neuen Schock erlitten.

Demonstration und Amnestie: Ein Schlußstrich

Der Apo-Anhänger Fritz Teufel hält es für einen billigen "Lutscher", der CSU-Oppositionelle Richard Jaeger für eine nachträgliche Legalisierung des Terrors und Justizminister Jahn für ein längst überfälliges Gesetz.

Krieg in Kambodscha

Es wird nachgerade Zeit, einen neuen Terminus in die internationale Politik einzuführen. Man sollte nicht länger vom Krieg in Vietnam sprechen, sondern vom Krieg in Indochina.

Nah-Ost: Kriegspause?

Wieder einmal hat sich, Schlag auf Schlag, die militärische Situation im Nahen Osten geändert – diesmal freilich, so scheint es, zugunsten einer Entspannung.

„...daß die FDP nicht untergeht“

„Eine kleine Partei wie die FDP muß früher antreten, kräftiger auf sich aufmerksam machen und sich mehr einfallen lassen. Jedenfalls können wir uns bei der Vorbereitung auf die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen am 14.

Dokumente der ZEIT

„Die Bundestagsfraktion der CDU/CSU hat das Treffen des Bundeskanzlers mit dem Vorsitzenden des Ministerrates unterstützt und alles unterlassen, was etwa dieses Treffen hätte verhindern oder seinen Erfolg beeinträchtigen können.

Pause in Moskau

Nach einem zehnten Gespräch zwischen Außenminister Gromyko und Staatssekretär Bahr sind am Wochenende die deutsch-sowjetischen Gespräche über die Voraussetzungen für Gewaltverzichtsverhandlungen unterbrochen worden.

Hamburg: CDU und FDP stärker

Zufrieden haben sich die großen Parteien über den Ausgang der Hamburger Bürgerschaftswahl vom vergangenen Wochenende geäußert.

Thailänder kämpfen in Laos

Im Zusammenhang mit einer offensichtlichen Verschlechterung der Situation der laotischen Regierungstruppen erklärte der amerikanische Außenminister Rogers zu Ende der vergangenen Woche, er schließe die Möglichkeit „neuer Entscheidungen“ Präsident Nixons in der Laos-Frage nicht aus.

Neuer Schlag für Dubček

Der ehemalige tschechoslowakische Parteichef Alexander Dubček ist nach dem Verlust seiner Führungspositionen jetzt auch von der aktiven Mitarbeit in der KPČ ausgeschlossen worden.

Kambodschas Zukunft im Ungewissen

Eine Woche nach dem Machtwechsel in Kambodscha liegt die Zukunft des Landes „weiter im Ungewissen. Während der zum provisorischen Staatsoberhaupt ernannte Präsident der Nationalversammlung, Cheng Heng, versicherte, Kambodscha werde an seiner Politik der Neutralität, Unabhängigkeit und territorialen Integrität festhalten, bezeichnete der vom Kronrat und der Nationalversammlung gestürzte Staatschef Prinz Sihanouk seine Absetzung als verfassungswidrig.

Lehrlinge an der Leine

In Hamburg-Altona soll der Unterricht an der Gewerbeschule zehn demnächst auch auf den Fluren stattfinden. Jedenfalls hat der Direktor der Schule bereits einen entsprechenden Antrag an die Schulbehörde gerichtet.

Rache für Mahler

Es begann mit Brandstiftung und eingeworfenen Scheiben, und es endete, zwei Jahre später, auf die gleiche Weise. Nach dem Attentat auf Rudi Dutschke beteiligte sich Berlins APO-Anwalt Horst Mahler an Demonstrationen.

Gemeinsinn, was ist das?: „Ein Unternehmen ohne Kapital“

Was mag den Geschäftsführer einer großen Werbeagentur veranlassen, von Frankfurt am Main nach Bonn zu fahren, um dort sechs Stunden lang über die Wiedereingliederung von Strafgefangenen zu diskutieren? Dieselbe Frage könnte man einem Zeitungsverleger stellen, dem Herausgeber einer Pressekorrespondenz, dem Inhaber einer Filmgesellschaft – sie wäre auch an sämtliche Teilnehmer einer Arbeitssitzung in der Godesberger Stadthalle zu richten, die dort zusammentrafen, um eine neue Kampagne der Aktion Gemeinsinn vorzubereiten.

Vorstandswahl mit Hindernissen

Unordnung und frühes Leid brachte der ordentliche Kreisparteitag der Kölner FDP und denjenigen, die sich am 29. Januar im Brauhaus Sion in den neuen Vorstand gewählt glaubten.

Geteert und verurteilt: Kunst oder Müll?

Das Tribunal ward zur Szene, als im Münchner Amtsgericht ein Happening uraufgeführt wurde. Plakate hatten es angekündigt: „Freitag Prozeß, Programm: 12 Uhr Saal 126, Hauptverhandlung mit Amtsgerichtsrat Wöbking.

Der Ulmer Tier-Mensch

Die Erhellung der Vorzeit erfolgte in Nachtschicht. Ihr Ergebnis ist eine archäologische Sensation in Ulm. Es handelt sich um eine männliche Figur.

Den Linken zu rechts

Bundeskanzler und SPD-Vorsitzender Willy Brandt war gerade einen Tag von seinem historischen Erfurter Treffen mit dem DDR-Ministerratsvorsitzenden Willi Stoph zurück, da drängten ihn schon seine Genossen in Südhessen zum nächsten Schritt in der Deutschlandpolitik.

Karajans „Götterdämmerung“ in Salzburg: Wagner von morgen und gestern

Darüber, daß ein einzelner so etwas geschafft hat, darf man zu staunen nicht aufhören, Herbert von Karajan brachte „sein“ Berliner Philharmonisches Orchester – immerhin die schärfste Konkurrenz des österreichischen Kultur-National-Heiligtums, der Wiener Philharmoniker – Jahr für Jahr zur Osterzeit nach Salzburg.

Fernsehen: Rapport aus Erfurt

Millionen haben ihn gehört – den Schrei aus Erfurt, den Schrei der Hunderte und Tausende, die Willy Brandt aus der Nähe sehen wollten.

Theater um Hamburgs Theater

Das Huhn, das goldene Eier legt, ist ein Fabeltier der Werbung. Was das Theater anlangt, so muß bei manchen Hamburgern seit den (nachträglichen) Verklärungen der Gründgens-Ära eine ähnliche, Erwartungsvorstellung bestehen: der Intendant, der Berge versetzen kann.

Aus den Hauptstädten der Welt: Sucre - Die weiße Stadt

Ist von einer bolivianischen Stadt die Rede, so meistens von La Paz, der größten Stadt des Landes, dem Regierungssitz. Sucre, die verfassungsmäßige Hauptstadt, wird bestenfalls im Zusammenhang mit seiner Universität, einer der ältesten Südamerikas, erwähnt.

Aus der Welt des Geistes und der Schönen Künste

Seit der Minister sich am vergangenen Freitagabend mit einem unter dem nerzgefütterten Trenchcoat versteckten Tapezierhammer aus dem Bundesministerium für Bildung und Wissenschaft (BMBW) stahl und 95 Thesen an das Hauptportal des Poppelsdorfer Schlosses nagelte, beherrscht sein eigenmächtiges Vorgehen die gesamte bildungspolitische Szene.

EXKLUSIVE NACHRICHTEN: Eigenberichte vom Tage

Die Veränderungen auf dem Zeitungsmarkt nehmen kein Ende. Am Ostersonntag erfuhren die Redaktionen der „Süddeutschen Zeitung“, der „Frankfurter Rundschau“, der „Stuttgarter Zeitung“, von „Publik“, „Christ und Welt“ und „Zeit“ aus der Tagesschau, daß ihre Verlage verkauft worden sind.

FILMTIPS

Im Fernsehen: „Die Geschichte der Apostel“ (1969), von Roberto Rossellini, ZDF am 27., 28., 29. und 30. März. „Der müde Tod“ (1921), von Fritz Lang, West III am 27.

Kunstkalender

Eine umfassende Dokumentation der Buchgraphik des 20. Jahrhunderts. Der Begriff der Illustration wird im Lauf der Entwicklung weitgehend ersetzt durch eine freiere Beziehung von Wort und Text, die Graphik interpretiert oder konzentriert den literarischen Gehalt, ohne auf Situationen oder Personen einzugehen.

DIE NEUE SCHALLPLATTE

Im Anfang waren die Mods, modebesessene underdogs aus den farblosen und gleichförmigen Vorstädten der britischen Insel. Die Mods – Arbeiterklasse – waren es, welche die Carnaby Street mitsamt ihrem exklusiven Flitter und dem damit verbundenen Lebensstil erfanden, lange bevor sie zum Exportartikel und zum Umschlagplatz für teuren Pop-Glamour aus Mary Quants zweiter Hand wurde.

ZEITMOSAIK

Trotz ständiger Dementis tauchen die Gerüchte immer wieder auf, jetzt weiß die New York Times mehr: Der Nachlaß Richard Wagners soll angeblich Meistbietenden – und wenn nötig auch ins Ausland – verkauft werden.

Obszön, brutal, poetisch

Halt: Was soll diese Polarisierung? Kommen hier nur die diametral entgegengesetzten Möglichkeiten in Frage? Ja, in der Tat meine ich das.

Ungerührt zugeschaut

Obwohl der Elfenbeinturm der Poeten schon lange mit großem Erfolg gestürmt wird, ist man bei Gedichten noch immer zu schnell bereit, sie als Früchte jenes Turms beiseite zu schieben.

Aus Nottingham in die Wüste

Klar, der Mensch ist das Produkt der Klassengesellschaft. Seine Position in ihr determiniert und definiert ihn. Da muß man nachsehen, ob einer der herrschenden oder der unterdrückten Klasse angehört.

Beichte einer früh Zwangsgereiften

Die New Yorker Grove Press hat die amerikanischen Rechte erworben und bereitet zum Frühjahr einen Großstart vor, die Filmrechte sind verkauft und weitere Übersetzungen in Arbeit.

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