beiden Papiere mit Kurs/Gewinn-Verhältnissen von 10 bis 12 im internationalen Vergleich ausgesprochen preiswert. Denn Schweizer Chemiewerte, mit ihrem hohen, gewinnträchtigen Pharma- und Landwirtschaftsgeschäft, sind nicht mit den Aktien der Grundstoffchemiefirmen zu verwechseln.

Im April 1969 überraschten die nach Hoffmann-la Roche zweit- und drittgrößten Schweizer Chemiekonzerne Geigy und Ciba die Öffentlichkeit mit der Mitteilung, sie prüften die Möglichkeit einer Fusion. In der Zwischenzeit sind die Untersuchungen soweit gediehen, daß die Bekanntgabe des erfolgreichen Ergebnisses nur noch eine Frage der Zeit sein kann. Hauptschwierigkeiten bereitet noch die amerikanische Anti-Trust-Behörde, die Gerüchten zufolge einen Verzicht auf Teile des ausgedehnten US-Geschäfts zerischer Chemiekonzern, der internationale Vergleiche keineswegs zu scheuen braucht. 1969 erhielte Geigy einen Umsatz von 3,16 Milliarden sfr., Ciba einen solchen von 3,09 Milliarden, die Konzerngewinne zählen immer noch zu den gut gehüteten Geheimnissen. Aus Angaben über die hohe Selbstfinanzierung in den Geschäftsberichten darf jedoch geschlossen werden, daß der Gewinn von Geigy etwas unter 400 Millionen Franken liegen dürfte, derjenige von Ciba etwas über 300 Millionen. Zusammen ergäbe dies einen Umsatz von 6,25 Milliarden Franken und einen Gewinn von 700 Millionen. Gewaltig wären auch das jährliche Investitionsvolumen von mehr als 600 Millionen Franken und das Forschungspotential, zumal die Schweizer Chemie etwa acht Prozent des Umsatzes zu diesem Zweck einsetzt.

1969 brachte den Ciba-Aktien eine starke Kurssteigerung, die 40 Prozent überschritt. Gleichzeitig stagnierte die Geigy-Aktie. Börsenbeobachtererklären diese Entwicklung damit, daß der Ciba-Konzern lange Jahre an der Börse unterschätzt wurde. Offensichtlich rechnet man in Basel für den Fall einer Fusion mit einem Austauschverhältnis von 1:1. Auf alle Fälle wird in diesem Jahr die Ciba-Dividende um 2 Prozent auf den Satz von Geigy erhöht. Und in den Konzernübersichten ergeben sich bei gleichen Bewertungsmethoden beinahe identische Substanzwerte von gut 2,7 Milliarden Franken.

Kurzfristig ist wohl bei den Kursen nicht mehr viel zu erwarten. Langfristig dagegen sind die