Nach den blutigen Kämpfen während der Karwoche herrscht im Libanon weiter Hochspannung. Den Auseinandersetzungen zwischen palästinensischen Freischärlern und Angehörigen der rechtsgerichteten Falange-Organisation, die mehr als 30 Todesopfer gefordert hatten, folgten während der Osterfeiertage Sprengstoffanschläge auf amerikanische Einrichtungen in der libanesischen Hauptstadt. Die Verantwortung für die Anschläge, bei denen unter anderem das amerikanische Kulturzentrum und das Gebäude der „Bank of America“ in Beirut zerstört wurden, hat die arabische Guerilla-Organisation „Palästina Befreiungsfront“ übernommen.

Trotz der bürgerkriegsähnlichen Zustände hat der libanesische Ministerpräsident Karame bisher nicht den Ausnahmezustand ausgerufen. Verteidigungsminister Arslan reagierte auf Erklärungen der Guerillas, es sei eine Verschwörung mit dem Ziel ihrer Zerschlagung im Gange, mit der Versicherung, daß die Armee nicht für die jüngsten Zwischenfälle verantwortlich sei.