Das Luftwaffenausbildungsregiment I im schleswig-holsteinischen Pinneberg vermittelte den Soldaten politische Bildung auf dem Truppenübungsplatz. Von einer Manöveraktion des Regiments gegen die APO, die „die Moral der Truppe zu stören“ versuchte, berichtete begeistert das Pinneberger Tageblatt: „Aber: da hätten Sie mal sehen sollen, welche geringe Chance die Leutchen in ihrer Aktion hatten. Ihre Transparente mit den Aufschriften Bundeswehr – Notstandsheer oder Tod macht impotent nutzten den APO-Jüngern ebensowenig wie ihr vielstimmiges Gebrüll. Nachdem ein MG-bewaffneter Posten die Gruppe mehrfach erfolglos verwarnt hatte, hagelte es ‚blaue Bohnen‘ auf die Beine der APO-Gruppe.“

Das Konzept gegen vermeintliche „Demokratiefeinde“ ist einfach: Feuer frei gegen Sprechchöre, „blaue Bohnen“ kontra Spruchbänder. Das Polizeirecht ist zu kompliziert für das militärische Freund-Feind-Schema.

Erfreulich jedoch ist die kritische Reaktion der Hamburger Polizeigewerkschaft im Deutschen Beamtenbund (PDB). Jürgen Brockmann, Polizeirat und PDB-Vorsitzender befürchtet, daß „sich ähnliche Situationen wie im Dritten Reich ergeben“. Von Verteidigungsminister Helmut Schmidt forderte er die unverzügliche Einstellung derartiger Bürgerkriegsspiele. Versuche, die Länderpolizeien in die Nähe paramilitärischer Truppen zu drängen, sind in den letzten Jahren am Widerstand der Polizeibeamten gescheitert. Jetzt wehren sich die Gewerkschaften gegen Wilddiebe in Knobelbechern im Polizeirevier. S. B.