Von Achim Oster

Am 9. April 1945 schlug das tobende Regime in der Raserei des nahenden Endes noch einmal zu: Im Konzentrationslager Flossenbürg wurden sieben Häftlinge hingemordet, die in Gesinnung und Verantwortung zu den Männern gehörten, die am 20. Juli 1944 den letzten Versuch wagten, auch wenn der eine oder andere zuvor dem Attentat gegenüber Vorbehalte gehabt hatte.

Es ist müßig, 25 Jahre später den Gründen nachzugehen, warum die Blutrichter sie so lange Zeit verschont hatten und sie wirklich erst im letzten Augenblick – wenige Tage ehe der Vorstoß der amerikanischen Streitkräfte den oberpfälzischen Raum erreichte – in dem bei Weiden gelegenen KZ Flossenbürg erhängt wurden. Die Vollstrecker aber leben – neuen Berufen nachgehend und bemitleidet von denen, die noch immer das traurige Ende dieser „großen Zeit“ bejammern, „in der doch jeder nur versucht hat, seine Pflicht zu tun“.

An diesem Gedenktag nach 25 Jahren kann eines klar und deutlich gesagt werden: Hier sind in den letzten Tagen der nationalsozialistischen Herrschaft sieben deutsche Männer „gerichtet“ worden, die unter ständigem Einsatz ihres Lebens ein besonderes Maß von Pflichtgefühl ihrem Lande – Deutschland – gegenüber bekundet hatten: Pflicht nun freilich in einem höheren Sinne, als andere Deutsche sie jahrelang der „nationalen Erneuerung“ gegenüber empfanden.

Und weil die Bereiche so verschieden waren, in denen dieses in jenen Tagen gar nicht übliche Pflichtgefühl sie zu Tat und Handlung trieb, sollte es sich lohnen, einen Augenblick bei jedem einzelnen zu verweilen, bevor das Gedenken an den gemeinsam erlittenen Tod hinter dem Vorhang des Vergessens den Blicken der Allgemeinheit wieder entschwindet.

Die Tafel an der Gedenkstätte nennt folgende Namen:

Pfarrer Dietrich Bonhoeffer