Sollten Sie sehen:

„Topas“, von Alfred Hitchcock. „Das Arrangement“, von Elia Kazan. „Die Verdammten“, von Luchino Visconti. „Nazarin“, von Luis Buñuel.

Im Fernsehen: „Die Sammlerin“ (1967), von Eric Rohmer. Eine von mehreren „Moralischen Geschichten“ in der Tradition Voltaires und La Bruyères, deren jede einen Testfall konstruiert. Von bestimmten Gegebenheiten ausgehend, wird ein Fall quasi mathematisch exakt durchexerziert: „Meine ‚Moralischen Geschichten’ sind wie von einer elektronischen Maschine konstruiert... Die Wahl stellt sich nicht wirklich in moralischen Termini, sie gibt sich gewissermaßen materiell“ (Rohmer). In einer Villa an der Côte d’Azur treffen zusammen: das Mädchen Haydée und die Dandys Andrien und Daniel. Für die Männer, die sich für die Ferien Sammlung verschrieben hatten, bedeutet die Promiskuität des Mädchens eine Provokation. „Die Frau ist natürlich, d. h. abscheulich. Auch ist sie immer vulgär, also das Gegenteil von Dandy“ (Baudelaire). Daniels gesprochener Kommentar ist Literatur, der Film illustriert ihn aber nicht, Text und Bild dementieren einander vielmehr. Dem Thema Dandyismus war die Literatur nie ganz gewachsen, weil er mehr eine Kunst zu leben als zu schreiben war. Der Film macht Literatur sichtbar: Wie sie zum Leben sich verhält. ARD am 6. April. „Meine Nacht bei Maud“ (1969), von Eric Rohmer. Eine weitere Folge der „Moralischen Geschichten“. Diesmal geht es um einen praktizierenden Katholiken, Ingenieur in der französischen Provinz, der ein junges Mädchen zu heiraten entschlossen ist und durch das Arrangement eines Freundes, eines „materialistischen“ Philosophie-Dozenten, genötigt wird, eine Nacht bei einer geschiedenen Frau zu verbringen. Man wird diesen Film in dem Maße weniger schätzen als „Die Sammlerin“, in dem man an der Weltanschauung der Figuren ein unterschiedliches Interesse nimmt. ARD am 7. April. „Der Überfall der Ogalalla“ (1940), von Fritz Lang, ARD am 4. April. „Intolerance“ (1916), von David Wark Griffith, Bayern III am 4. April. „Ossessione“ (1942), von Luchino Visconti, Südwest III am 4. April. „Ein sonderbarer Fall“ (1937), von Marcel Carné, West III am 4. April. „Tote schlafen fest“ (1946), von Howard Hawks, ZDF am 6. April. „Kleiner Cäsar“ (1931), von Merwyn LeRoy, Bayern III am 6. April. „Der öffentliche Feind“ (1931), von William Wellman, Bayern III am 7. April. „Der Malteser-Falke“ (1941), von John Huston, Bayern III am 8. April. „Ein süßer Fratz“ (1956), von Stanley Donen, ZDF am 9. April. „Killer zu vermieten“ (1942), von Frank Tuttle, Bayern III am 9. April.

Wenn Sie nichts Besseres vorhaben:

„Fellinis Satyricon“, von Federico Fellini. „Verschollen im Weltraum“, von John Sturges. „Alice’s Restaurant“, von Arthur Penn. „Ein Fressen für die Geier“, von Don Siegel. „Die Kaktusblüte“, von Gene Saks.

Lohnt sich nicht:

„...tick...tick...tick...“, von Ralph Nelson. Problemfilm über Rassenintegration. Ein irgendwo im Süden der USA zum Sheriff gewählter Schwarzer bekommt Schwierigkeiten mit Scharfmachern beider Rassen und bezwingt sie mit Hilfe der Gutwilligen der einen wie der anderen Hautfarbe. Letztlich ersetzt der Film nur einen Rassismus, durch einen anderen, subtileren: Es gibt von Natur aus höher- und minderwertige „Läuse“, wie es einmal heißt. Zu welcher Seite einer gehört, erkennt man an der Physiognomie. Ob einer Rassist ist oder ein Mensch guten Willens, erscheint hier ebenso als Naturtatsache wie den Rassisten die moralische Rangordnung der Rassen. Hier heißt es: Wer ein Rassist ist, der vergewaltigt und überfährt auch kleine Mädchen.

„Die Herren mit der weißen Weste“, von Wolfgang Staudte. „Ohrfeigen“, von Rolf Thiele. „Mädchen mit Gewalt“, von Roger Fritz. „Das einzige Spiel in der Stadt“, von George Stevens. „Westwärts zieht der Wind“, von Joshua Logan. „Wenn dich dein Mörder küßt“, von Robert Sparr. „Eine Witwe mordet leise“, von Lee H. Katzin. Frieda Grafe und Enno Patalas